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	<description>Fußball, Taktik, BVB</description>
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		<title>Vorschau: 1. FC Köln &#8211; Bayer Leverkusen</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Feb 2012 07:02:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>44²</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Vorschauen]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Kölner Derby treffen heute zwei der taktisch spannendsten Trainer der Liga aufeinander. Stale Solbakken und Robin Dutt stießen in ihren neuen Klubs beide auf viele Probleme. Das direkte Aufeinandertreffen, dass die Kölner in der BayArena 4:1 für sich entschieden, markierte dabei den bisherigen Höhepunkt in Kölns Entwicklung und gleichzeitig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Kölner Derby treffen heute zwei der taktisch spannendsten Trainer der Liga aufeinander. Stale Solbakken und Robin Dutt stießen in ihren neuen Klubs beide auf viele Probleme. Das direkte Aufeinandertreffen, dass die Kölner in der BayArena 4:1 für sich entschieden, markierte dabei den bisherigen Höhepunkt in Kölns Entwicklung und gleichzeitig den Tiefpunkt für Bayer. Wie kann Leverkusen die Revanche gelingen?</p>
<p><strong><span id="more-549"></span></strong></p>
<ul>
<li><strong> </strong><strong>Punkt 1: Flügelspiel, Kopfbälle und Standards</strong></li>
</ul>
<p>Teil von Solbakkens Defensivsystem ist, die Flügel offen zu lassen. Die gegnerischen Flügelspieler werden nicht gedoppelt und haben daher die Freiheit zu flanken oder ins direkte Dribbling zu gehen. Das sollte Leverkusen ausnutzen. Gerade mit Kießling haben sie einen guten Abnehmer für Flanken. Auch können sie auf diese Weise Standardsituationen erzwingen, die zuletzt eine große Stärke waren.</p>
<ul>
<li><strong>Punkt 2: Geduldiger Aufbau und hohe Steilpässe</strong></li>
</ul>
<p>Die Räume zwischen den beiden Viererketten sind vertikal wie horizontal extrem eng. Köln spekuliert darauf, Pässe in diese Bereiche abzufangen oder in der Enge den Ball zu erobern. Deshalb muss Leverkusen anders aufbauen als im Hinspiel, wo sie versuchten durch die extrem enge Mitte zu kombinieren und sich in den kaum vorhandenen Zwischenräumen freiliefen. Der Spielaufbau muss sehr geduldig aus der letzten Reihe heraus erfolgen und dann extrem schnell in einem Zug von hinten nach vorne durchgespielt werden. Ein erfolgsversprechendes Mittel gegen Kölns oft hochstehende Abwehr sind dabei lange Bälle von den Innenverteidigern oder tiefen Sechsern hinter die Linie, wenn die Verteidiger herausrücken. Allerdings fehlt bei Leverkusen ein Spieler, der diese Bälle besonders gut spielen kann. Wichtig ist daher auch, dass die Bälle nie ohne Absicherung vorne hineingespielt werden.</p>
<ul>
<li><strong>Punkt 3: Gegenpressing</strong></li>
</ul>
<p>Wenn dies nämlich passiert, kontert Köln sehr schnell. Deshalb müssen die Mittelfeldspieler und Außenverteidiger sehr aufmerksam sein, im offensiven Positionsspiel defensiv denken und mögliche Ballverluste früh antizipieren um Konter direkt im Gegenpressing zu ersticken. Daher sollte die zuletzt konteranfällige Leverkusener Defensive auch möglichst mit schnellen Spielern besetzt sein, weshalb wohl Toprak wieder den Vorzug vor dem erfahreneren Manuel Friedrich erhalten wird. Wichtig wird aber auch werden, dass eben jener Toprak nicht die individuellen Fehler aus dem Hinspiel wiederholt. Dort wurden Kölns Tore auch durch extreme Inkonsequenz der Leverkusener Verteidiger erleichtert und nur so reichten die sehr wenigen Strafraumsituationen zu 4 Treffern.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong></p>
<div id="attachment_550" class="wp-caption alignright" style="width: 314px"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2012/02/Formationen.png"><img class="size-full wp-image-550 " title="Formationen" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2012/02/Formationen.png" alt="Hypothetische Startformationen bei Köln gegen Leverkusen." width="304" height="425" /></a><p class="wp-caption-text">Hypothetische Startformationen.</p></div>
<p></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Konsequente Asymmetrie?</strong></p>
<p>Dadurch, dass Köln kaum zum Flügel verschiebt, könnte es ein wertvolles Konzept sein asymmetrisch anzutreten und nur einen Flügel zu besetzen. Man brauch keine Breite auf beiden Flügeln, da sich Kölns Formation nicht breitziehen lässt und Flankenwechsel kaum Raumgewinn bringen.</p>
<p>Daher wäre eine denkbare Möglichkeit, sich extrem auf einen Flügel zu fokussieren. Auch wegen Leverkusens ungleichmäßigen Offensivoptionen ergäbe dies Sinn: Mit Schürrle hat man nur einen richtig schnellen Dribbler, auf den man das Spiel fokussieren sollte. Der zweite technisch starke Spieler Augusto könnte in einer Asymmetrie zu ihm hinrücken um seine Optionen zu erhöhen. Gemeinsam könnten sie Eichner in Kölns Abwehr isolieren und schnell zur Grundlinie durchstoßen.</p>
<p>Auf der anderen Seite könnte Bender die Asymmetrie ausgleichen, der schon in Dortmund auf dem linken Flügel agierte. Er könnte hier bei Ballbesitz auf rechts in den Strafraum vorstoßen und für zusätzliche Kopfballgefahr sorgen. Defensiv wird seine enorme Laufstärke wichtig um die numerische Unterlegenheit auf seiner Seite zu kompensieren oder auszubremsen. Gegen die meist defensiv bleibenden Außenverteidiger Kölns kann er durch Rückarbeit die Defensivformation situativ zu einer 4-3-Grundordnung verändern um trotz eventuellen Defensivmängeln von Augusto und Schürrle stabil zu bleiben.</p>
<p>Castro wäre als spritziger Spieler ein guter Abfangjäger hinter dem spielenden Duo auf rechts und könnte situativ ebenfalls den rechten Flügel unterstützen und eventuell aus dem Halbfeld flanken. Rolfes wäre Ruhepol des Spielaufbaus vor den Innenverteidigern, der Bälle auf die Flügel verteilt und eventuell den langen Ball diagonal zu Schürrle spielen kann. Vereinzelt könnte er unerwartet vorstoßen und Bender absichern lassen.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Man darf ohne Zweifel ein Spiel erwarten, in dem die Kölner meist abwartend agieren und hauptsächlich über Konter attackieren. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es spielentscheidend werden, ob Dutt geeignete Mittel dagegen findet. Zuletzt war er mit konkreten taktischen Maßnahmen oft zielsicher, wobei die Ergebnisse gegen starke Dortmunder und Katalanen dennoch ausblieben. In Köln wird das Ergebnis im Normalfall ein tauglicher Messwert für die Trainerleistung sein. Ebenfalls spannend könnte Solbakkens Reaktion werden, falls Dutts taktische Trickkiste eine funktionierende Strategie hervorbringt. Bisher tat sich der Norweger kaum durch schnelle und effektive taktische Anpassungen während des Spiels hervor. Das Derby und das Abrutschen auf den 14. Platz wären passende Rahmenbedingungen um damit anzufangen.</p>
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		<title>44²: Status und Zukunft</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Feb 2012 17:48:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>44²</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie der aufmerksame Leser festgestellt haben dürfte, gab es in den letzten 2 Monaten einen erheblichen Mangel an Aktivität auf dem hiesigen Blog. Hauptsächlicher Grund dafür ist, dass der Autor (das bin ich!)  seit diesem Jahr in anderen virtuellen Gefilden für taktische Ergüsse sorgt. Wo das sein könnte, dürfte dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie der aufmerksame Leser festgestellt haben dürfte, gab es in den letzten 2 Monaten einen erheblichen Mangel an Aktivität auf dem hiesigen Blog. Hauptsächlicher Grund dafür ist, dass der Autor (das bin ich!)  seit diesem Jahr in anderen virtuellen Gefilden für taktische Ergüsse sorgt.</p>
<p>Wo das sein könnte, dürfte dem taktik-interessierten Internetnutzer womöglich ebenfalls bereits aufgefallen sein. Wird aber an dieser Stelle nicht verraten, da 44² anders als andere Blogs offiziell von keinem Menschen betrieben wird. Schließlich kann man eine automatisierte und höchst unzuverlässige Taktik-Maschine nicht wegen Urheberrechtsverletzungen abmahnen.</p>
<p>Der 44² Blog wird seine Pforten daher trotzdem nicht schließen. Aber fortan wird die Orientierung etwas verändert. Klassische Spielanalysen wird es hier kaum bis garnicht mehr zu lesen geben, stattdessen aber kurze Vorschauen, kleinere Kommentare zu Spielen, einzelne taktische Punkte, Analyse von vereinzelten Toren oder interessanten Szenen, vielleicht auch Kommentare zu bestimmten Diskussionen, die so in der deutschen Fußballlandschaft zündeln. Die Videoanalysen wurden auch noch nicht begraben!</p>
<p>Taktische Grüße, <img class="alignnone" title="44²" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/08/44logo.jpg" alt="" width="23" height="23" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>PS: Falls jemand Ideen hat, wie man die zuletzt bereits nicht mehr berücksichtigten Spielbewertungen verbessern könnte, oder generell eine Meinung dazu abgeben möchte, kann derjenige dies sehr gerne <a title="Spielbewertungen" href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/?page_id=54" target="_blank">hier in den Kommentaren tun</a>.</p>
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		<title>[Kurzanalyse] Arsenal zu schwach für Dortmunds Verbleib</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Dec 2011 16:59:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>44²</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Keine 4 Tore, sondern 4 Niederlagen, nur 4 Punkte und der 4. Platz. Der BVB ist vor Weihnachten schon aus dem internationalen Wettbewerb ausgeschieden. Und das obwohl man den französischen Vizemeister 45 Minuten lang an die Wand spielte und das &#8220;Wunder&#8221; eines Sieges mit vier Toren Vorsprung in der Luft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Keine 4 Tore, sondern 4 Niederlagen, nur 4 Punkte und der 4. Platz. Der BVB ist  vor Weihnachten schon aus dem internationalen Wettbewerb ausgeschieden.  Und das obwohl man den französischen Vizemeister 45 Minuten lang an die  Wand spielte und das &#8220;Wunder&#8221; eines Sieges mit vier Toren Vorsprung in  der Luft lag. Bis Amalfitano direkt vor dem Pausenpfiff eine Beckham-Gedächtnissflanke in den Strafraum  zirkelte und die Franzosen mit dem ersten Torschuss ins Spiel kamen.  Währenddessen ließ sich Arsenals B-Elf von Piräus zerlegen und entschied  damit aus weiter Ferne das Spiel im Ruhrpott.</p>
<p><strong><span id="more-534"></span>Erste Halbzeit: Marseille mauert</strong></p>
<p>In den ersten 45 Minuten sah man das zu erwartende Bild. Beide Teams agierten im 4-2-3-1. Marseille stand dabei sehr passiv, verteidigte den Strafraum und spielte nur sporadisch nach vorne. Dortmund musste das Spiel machen und sich in den verriegelten gegnerischen Strafraum kombinieren.</p>
<p>Und das taten die Borussen extrem gut. Die Balance des schwarz-gelben Aufbauspiels war makellos. Man kombinierte mit Kurzpässen, solange es möglich und zweckmäßig war, und spielte Flankenwechsel, wenn sie sinnvoll wurden. Man beruhigte das Spiel, wenn der Gegner abwartete und spielte steil, sobald sich Lücken ergaben. Wenn Marseille punktuell ins Offensivpressing ging, spielte man stets den langen Ball in gute Räume und schaltete sofort um, damit man den Ball behauptete oder den zweiten Ball direkt zurückholte. Hinzu kamen sehr gut funktionierende Rochaden in der Offensive, wo Gündogan sehr gut zwischen Vorstößen und Rückfallen abwägte, wo Götze wie gewohnt, aber auch Kuba sich in der Mitte einschalteten und Räume auf den Flügeln schufen, wo Barrios und Lewandowski abwechselnd steil gingen oder sich fallen ließen und stets Gefahr ausstrahlten.</p>
<p>Man verlor den Ball somit fast nie ohne Absicherung, konnte französische Konter dadurch fast immer im Keim ersticken. Im Aufbau von hinten fiel den Franzosen gegen Dortmunds gewohnt starke Kollektivverteidigung nichts ein. Die Führungstreffer waren nur eine Frage der Zeit und so erzielte man in der 32. Minute schon das 2:0. Das waren übrigens so viele Tore, wie Marseille in allen anderen fünf Gruppenspielen zusammen kassiert hatte! Noch bevor Olympique auch nur ein Mal versucht hatte auf&#8217;s Tor zu schießen.</p>
<p>Zu dem Zeitpunkt war der aus Dortmunder Sicht einzige Makel am Spiel auf der Anzeigetafel zu sehen. Vier Minuten nach Dortmunds 2:0 ging auch Piräus in Führung. Das änderte aber erstmal für Dortmund nicht viel an der Situation. Zwar ging es nun um die Euro- und nicht mehr um die Champions League, aber man brauchte weiterhin vier Tore Vorsprung. Für Marseille änderte sich aber etwas, denn die brauchten nun plötzlich einen Sieg und konnten sich nicht mehr mit einer knappen Niederlage zufrieden geben.</p>
<p>Ob dieser Punkt direkt ausschlaggebend war, ist schwer zu sagen, denn man spürte erstmal keine Änderung am Spiel. Der BVB drückte weiter auf das nächste Tor und als Kuba im Strafraum von hinten umgerannt wurde, hofften alle auf den zweiten Elfmeter. Schiedsrichter Howard Webb blieb aber seiner nicht vorhandenen Linie treu und ließ einfach mal weiterspielen. Und so fiel wenige Minuten später dann aus dem Nichts der Anschlusstreffer für Marseille. Löwe verpasste bei seinem CL-Debüt zwar den Gegner bei der Ballannahme zu stören, aber man kann den Dortmundern hier kaum einen Vorwurf machen. Amalfitano war sogar gezwungen sich den Ball etwas nach außen zu legen, aber dennoch war seine Flanke Weltklasse. Man hätte es nicht besser in die Luft zeichnen können, wie sich der Ball durch die Abwehrlinie drehte und genau vor Rémys Stirn herunterkam, der einfach den etwas schnelleren Antritt hatte als Piszczek.</p>
<p><strong>Zweite Halbzeit: Marseille mauert nicht mehr</strong></p>
<p>Nach der Halbzeitpause war dann definitiv der Spielstand in Griechenland stilgebend für das Spiel in Dortmund. Didier Deschamps brachte den spielstarken Cheyrou für den gelernten Innenverteidiger Mbia auf die Sechserposition und Marseille spielte fortan viel riskanter nach vorne. Man vertraute offenbar und selbstverständlich nicht darauf, dass Arsenal das Spiel gegen Piräus noch drehen würde, und so musste man das eigene Spiel drehen.</p>
<p>Man hätte meinen können, dass das für Dortmund hilfreich werden würde, denn im Allgemeinen lässt sich gegen einen offensivere Gegner eine 4-Tore-Führung leichter realisieren als gegen einen verteidigenden. Aber dem war nicht so, da Dortmund einen schlechten Start in die Halbzeit erwischte und anschließend einfach zu langsam auf den Beinen war um die Räume hinter der französischen Defensivlinie auszunutzen.</p>
<p>Olympique hatte seine beste Phase nämlich dann direkt nach dem Wiederanpfiff, wo man Dortmund gleich mehrfach in Bedrängnis bringen konnte. Deschamps hatte offenbar die richtigen Schlüsse aus dem Anschlusstreffer gezogen, denn fortan fokussierte man stark direkte Duelle mit Chris Löwe. Man hielt das Spiel maximal breit, selbst die ballfernen Flügelspieler blieben an der Außenlinie kleben. Dann baute man das Spiel nach links auf über den halblinks spielenden Cheyrou. Bei Gelegenheit folgte ein Flankenwechsel auf rechts, wo dann Amalfitano wieder das direkte Duell gegen Löwe suchen konnte. Und der Chemnitzer ließ sich das erste Mal seit seinem Wechsel anmerken, dass er aus der vierten Liga kommt.</p>
<p>Dazu kam, dass Kehl-Ersatz da Silva (immerhin nur fünfte Wahl auf seiner Position) Schwierigkeiten hatte ins Spiel zu finden. Nach der Pause gab er mehrere Bälle weg, weil er zu früh den Pass in die Spitze suchte.  Somit verlor Dortmund für einige Minuten die Kontrolle über das Spiel. In Verbindung mit dem unglücklichen und moralisch extrem schädlichen Anschlusstreffer vor der Pause und Piräus&#8217; Führung gab man hier das Spiel aus der Hand und verlor wohl den Glauben an den Erfolg.</p>
<p>Man bekam zwar gegen Marseilles weit gestreckte Formation nun teils riesige Konterräume und steuerte diese auch gut an, aber man kam aus dreierlei Gründen nicht zum Torerfolg. Zum einen wurde eine ganze Reihe von Kontern abgefangen, weil die Franzosen einfach schneller waren. Die Viererkette von Olympique ist mit sehr schnellen Spielern besetzt und so wurde vorallem Lewandowski einige Male in vielversprechendsten Situationen abgelaufen und Perisic musste gegen Azpilicueta ständig das Tempo aus den Kontern nehmen. Hinzu kam, dass man zunehmend den fehlenden Siegesglauben spürte. Eine weitere Reihe von guten Situationen wurde zu inkonsequent ausgespielt und vorallem ab der 70. Minute flüchtete man sich in enttäuschende Alibi-Aktionen wie Distanzschüsse aus schlechten Winkeln oder überfrühten Flanken. Die übrigen Situationen, die man dann doch gelungen ausspielte, wurden dann durch fehlende Abschlussstärke vergeben. Insbesondere Gündogans kläglich vergebene Chance in der 59. Minute bleibt im Gedächtnis. Zu diesem Zeitpunkt hätte ein Treffer nochmal den notwendigen Aufschwung geben können.</p>
<p>Stattdessen blieb man einer hohen Führung fern. Und somit verflog in den letzten Minuten jeglicher Glauben an einen Verbleib im Wettbewerb. Dadurch verlor man die Konzentration und auch noch das Spiel. Marseille erzielte noch einen Doppelschlag gegen die moralisch ruinierten Borussen und hält sich dadurch am Ende im Wettbewerb.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Man sollte die Niederlage an sich nicht überbewerten, denn mit äußerst hoher Sicherheit darf man davon ausgehen, dass Dortmund das Spiel nie verloren hätte, wenn ein knapper Sieg irgendetwas gebracht hätte. Es war zu dem Zeitpunkt so, dass man im Grunde drei Tore Rückstand hatte und dann eben noch das vierte und fünfte fing, da der Gegner die Tore brauchte, während es einem selber egal war.</p>
<p>Was die eigentliche Leistungsfähigkeit betrifft, war Dortmund, solange es wichtig war, jedenfalls klar überlegen.  Lediglich nicht überlegen genug um trotz ungünstigem Spielverlauf ganze  vier Tore Vorsprung herauszuarbeiten. Das ist aber kein allgemein  sinnvoller Maßstab.</p>
<p>Von daher ist es völlig an der Realität vorbei, wenn man angesichts von diesem Spiel Dortmunds Champions League-Tauglichkeit in Frage stellt. Ein Gegentor aus dem Nichts zu fangen passiert im Fußball immer wieder, jeder Mannschaft. In einem normalen Spiel hätte dieses Tor nichts geändert und Dortmund hätte wohl trotz dieser unglücklichen Aktion souverän gewonnen. Das negative Endergebnis ist dann der schlechten Gruppensituation geschuldet, nicht der Klasse des Teams und der Leistungsfähigkeit im Spiel. Vier Tore Vorsprung zu benötigen ist nunmal ein schwerer Rucksack. Den konnte man nur fast schultern. Aber selbst das ist auf diesem Niveau schon eine Leistung, die man zu würdigen wissen sollte.</p>
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		<title>FC Getafe 1:0 FC Barcelona &#8211; Barca scheitert erneut an Dreifachsechs</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 07:08:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>44²</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ausgerechnet der Madrider Vorstadtklub Getafe fügt Reals großem Titelkonkurrent die erste Saisonniederlage zu. Ein Schuss auf&#8217;s Tor reichte den Gastgebern dabei. Dass Barca hingegen nicht traf lag stark an einem bewährten Mittel, das nach Arsenal und Real nun auch einem kleinereren Klub zum Erfolg gegen die Katalanen verhilft. Mit drei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ausgerechnet der Madrider Vorstadtklub Getafe fügt Reals großem Titelkonkurrent die erste Saisonniederlage zu. Ein Schuss auf&#8217;s Tor reichte den Gastgebern dabei. Dass Barca hingegen nicht traf lag stark an einem bewährten Mittel, das nach Arsenal und Real nun auch einem kleinereren Klub zum Erfolg gegen die Katalanen verhilft. Mit drei beweglichen Sechsern ohne klare Zuordnungen hielt Getafes Luis García Plaza die gegnerische Kurzpassmaschinerie vom eigenen Kasten fern.</p>
<p><strong><span id="more-514"></span>Guardiola weiter experimentierfreudig</strong></p>
<div id="attachment_515" class="wp-caption alignright" style="width: 318px"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/Formationen1.jpg" target="_blank"><img class="size-full wp-image-515  " title="Formationen" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/Formationen1.gif" alt="" width="308" height="430" /></a><p class="wp-caption-text">Die Startformationen.</p></div>
<p>Nachdem Pep Guardiola die Fußballwelt zu Saisonbeginn bereits überraschte, als er vom bewährten Erfolgssystem 4-3-3 auf ein neuartiges 3-3-4-System umstieg, konnte man in Barcelonas Saisonverlauf bereits allerhand Varianten beider Systeme bewundern. Gegen Getafe ließ er seine Mannen in einem 4-3-3 auflaufen, dass ungewöhnlich wenig mit dem Standardsystem der letzten Saison gemein hatte.</p>
<p>Im Dreiermittelfeld agierte Busquets ungewohnt rechtsseitig, während Xavi und Thiago sich vornehmlich im zentralen und halblinken Bereich bewegte. Dafür startete Messi nicht wie üblich aus der zentralen Sturmposition sondern an seinem alten rechten Flügel. Von dort rückte er vorallem anfangs sehr oft und sehr weit in die Mitte ein und bildete mit den drei zentralen Mittelfeldspielern eine lose Rautenanordnung, die den Kern von Barcas Spiel bildete.</p>
<p>Hinter Messi spielte Alves seine Paraderolle und streckte mit sehr offensiver Orientierung das Spiel, Pendant Maxwell war etwas zurückhaltender. Busquets konnte dabei aus rechtsseitiger Position für Alves absichern, was bei einigen Getafer Kontersituationen sehr wichtig war. Sanchez und Villa hielten sich meist in vorderster Linie auf und   orientierten sich nach rechts als Gegenbewegung zu Messis Einrücken.</p>
<div id="attachment_517" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/standardanordnung.jpg" target="_blank"><img class="size-full wp-image-517 " title="standardanordnung" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/standardanordnung.jpg" alt="" width="512" height="234" /></a><p class="wp-caption-text">Standardanordnung des Spiels.</p></div>
<p><strong>Die Wenger&#8217;sche fluide Dreifachsechs</strong></p>
<p>Getafe spielte in einem 4-5-1, wo die drei zentralen Mittelfeldspieler Casquero, Lacen und Michel das Kernstück bildeten. Links folgte der erfahrene Castro den Vorstößen von Alves und half auch punktuell zentral aus, während der junge Sarabla auf dem rechten Flügel nicht so arg im Defensivspiel gefordert war.</p>
<p>Weniger die Formation als viel mehr die Interpretation jener war aber ausschlaggebend dafür, dass Getafe über weite Strecken des Spiels fast keine Chancen zuließ. Die drei Sechser hatten nämlich keine festen Zuordnungen und keine feste Raumaufteilung, sondern passten sich nach relativ simpler Formel der Spielsituation ein. Der ballnahste Sechser rückte heraus um auf den Ballführenden Druck zu machen, die beiden anderen verschoben um den Raum abzusichern.</p>
<div class="mceTemp mceIEcenter" style="text-align: left;">
<dl id="attachment_518" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/Verschiebung.jpg" target="_blank"><img class="size-full wp-image-518 " title="Verschiebung" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/Verschiebung.jpg" alt="" width="512" height="260" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Lacen läuft an, Casquero und Michel sichern ab.</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: left;">Diese Spielweise konnte man das (vermutlich) erste Mal im verganen Champions League-Hinspiel zwischen Arsenal und Barcelona beobachten, wo Wenger es dadurch schaffte Xavi und Co. im Mittelfeld die Stirn zu bieten anstatt lediglich den Strafraum zu verriegeln, was bis dahin als einziges Rezept gegen Barca galt. Mourinho setzte in den vier &#8220;Clásicos&#8221; der Rückrunde meist auf die gleiche Methode, mal mehr, mal weniger abgewandelt. (Dortmunds Ausflug ins 4-5-1 beim Rückspiel gegen Piräus kann man übrigens auch in diese Kategorie einordnen.)</p>
<p style="text-align: left;">Der Vorteil dieser Taktik ist der, dass man Druck machen kann ohne die Raumabsicherung aufzugeben. Oder andersherum der, dass man trotz absichernder Grundposition dem Gegner nicht zu viel Zeit am Ball lässt. Aufgrund der unklaren Zuordnungen können die Spieler kaum durch gegnerische Laufwege aus ihren Positionen gezogen werden. Da man sich aber dennoch viel bewegt und aktiv auf die Situationen reagiert, verhindert man, dass der Gegner Überzahlsituationen herstellt und man einfach umspielt wird.</p>
<p style="text-align: left;">Arsenal und Real nutzten diese Variante dabei meist recht hoch auf dem Feld und positionierten ihre Mittelfeld-Fünferkette nah an der Mittellinie um Barcelonas Aufbau im Zentrum aggressiv zu stören und nicht hinten eingeschnürrt zu werden. Getafe riskierte die dafür notwendige hohe Abwehrlinie nicht und wartete stattdessen in etwas tieferer Position ab.</p>
<p style="text-align: left;">Wichtig dafür ist, dass die Spieler, die diese fluiden Defensivrollen besetzen eine sehr gute Orientierung, hohes Antizipationsvermögen, taktisches Verständnis und natürlich hohe Laufbereitschaft besitzen. Michel, Lacen und Casquero machten ihre Sache dabei äußerst gut. Sie trafen viele richtige Entscheidungen und hinterließen Barca kaum Raum zum kombinieren. Insbesondere, wenn man mal einem Gegner etwas Zeit am Ball ließ, waren sie auch äußerst aufmerksam darin, die Passwege in den Raum vor der Abwehr zu schließen.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Barcelona mit wenig Gefahr</strong></p>
<p style="text-align: left;">Die Strategie ging mal wieder auf und Barcelona konnte nicht so viel Torgefahr ausstrahlen wie gewohnt. Man dominierte zwar und zeigte immer wieder ansehnliche, schnelle Passstaffetten, aber wie beschrieben konnte sich der Gegner daran meist gut anpassen und so erzielte man selten Raumgewinn.</p>
<p style="text-align: left;">Vorallem der Raum hinter der Dreifachsechs war für Barca meist versiegelt. Wenn mal der Ball in diesen Bereich kam, reagierten Getafes Sechser sehr aufmerksam und intelligent und blockten einen weiteren Vorwärtsgang ab. Insbesondere Messis Dribbling in jenem Bereich wurden mehrfach klug entschärft. Statt den Weltfußballer zu attackieren und damit zu riskieren ausgespielt zu werden, blieb man passiv und positionierte sich clever um seine Läufe vom Tor wegzuleiten.</p>
<p style="text-align: left;">Dadurch fand Barcas Kreativzentrale um Xavi, Thiago und Messi kaum mal Wege in die Spitze. Villa und Sanchez waren in Hälfte eins stark vom Spiel ihrer Mannschaft abgeschnitten, auch weil vor ihnen schon Thiago nicht gut ins Spiel kam. Der war von seiner Position her der Verbindungspunkt zwischen Aufbau und Spitze, konnte aber in gefährlichen Bereichen kaum angespielt werden. Bis in die extrem riskant geführte Endphase hinein erspielte sich Barca so fast nur ungefährliche Abschlüsse. An Großchancen gab es etwa zwei, dazu noch zwei gefährliche Kopfballgelegenheiten nach Standardsituationen.</p>
<p style="text-align: left;">Grund dafür war neben Getafes starker Defensivleistung in der Zentrale auch Barcas mangelnder Zug im Spiel. In den ersten 60 Minuten gab es kaum Sprintvorstöße Richtung Strafraum, wodurch man das Tempo selten mal angezogen bekam. Maxwell beschränkte sich links darauf, das Spiel ein wenig breit zu machen und ging kaum konsequent nach vorne, obwohl seine Seite vom Gegner weniger defensivstark besetzt war.</p>
<p style="text-align: left;">Man fokussierte sich stattdessen sehr darauf, durch Kurzpassspiel in kleinen Schritten nach vorne zu kommen. Gerade das konnte Getafes Dreifachsechs aber sehr effizient verteidigen. Barca wirkte dabei ein wenig so, als würden sie den Gegner nicht ernst genug nehmen, auch wegen ein paar sehr fahrlässigen Ballverlusten. Sie gaben sich zu lange damit zufrieden, den Ballbesitz zu dominieren, und schalteten zu spät auf direkteres Angriffsspiel um.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Getafes Offensivbemühungen</strong></p>
<p style="text-align: left;">Dadurch, dass man sich recht tief und eng positionierte, nahm man in Kauf, dass Barca ihr Gegenpressing in gewohnter Manier aufziehen konnte. In der Folge strahlte man kaum Gefahr durch Konter aus. Um nicht in katalanische Gegenkonter zu laufen, agierte man nach Ballgewinnen eher zurückhaltend. Außer nach den angesprochenen fahrlässigen, nicht abgesicherten Fehlpässen von Barca sah man Getafe kaum kontern.</p>
<p style="text-align: left;">Dafür setzte man aber auf einen sehr mutigen Spielaufbau, wenn man dazu kam von hinten anzugreifen (Abstöße, Einwürfe). Dann streckte man das Spiel sehr stark in eine breite 4-3-3-Ordnung. Barcelonas bekanntes, sehr aggressives Pressing führte dadurch relativ selten zum Ziel. Wichtig dafür war, dass Getafe in der Lage war zu verhindern, den Ball dabei in tiefen Positionen zu verlieren.</p>
<p style="text-align: left;">Ohnehin wirkte Barcas Defensivspiel wegen der asymmetrischen Zentrale etwas lose und weniger gut abgesichert als gewohnt. Diese Asymmetrie fand sich auch bei Getafe wieder. Die zentralen Spieler orientierten sich recht stark linksseitig, wo man in Barcas Loch zwischen Messi und Busquets am ehesten etwas Zeit am Ball bekam. Auf rechts war das Pressing durch den höher spielenden Thiago gefährlicher, die Absicherung aber schlechter. Dadurch wurde Getafe trotz der Linkslastigkeit vorallem dann gefährlich, wenn man das Spiel mal auf die andere Seite bekam:</p>
<div id="attachment_520" class="wp-caption aligncenter" style="width: 546px"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/Getafe_Heatmap.jpg"><img class="size-full wp-image-520" title="Getafe_Heatmap" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/Getafe_Heatmap.jpg" alt="" width="536" height="124" /></a><p class="wp-caption-text">In der Heatmap sieht man, dass Getafe meist über links kam, die Angriffe über rechts aber besser zum Strafraum durchkamen.</p></div>
<p>Alles in allem konnte man aus dem offenen Spiel jedenfalls durchaus etwas Gefahr ausstrahlen. Dass man trotzdem kaum zu zählbaren Gelegenheiten kam, lag neben der selbstverständlich nicht überragenden individuellen Klasse schlicht daran, dass man gegen Barcas lange Ballbesitzphasen relativ selten dazu kommt, das Spiel von hinten aufzubauen.</p>
<p style="text-align: left;">Das Tor fiel dann aus einer Nachlässigkeit von Barca, die zu einer völlig unnötigen Ecke führte, nachdem sich Getafe von rechts aus einem Einwurf heraus ins Zentrum gespielt hatte. Dass Barca bei Ecken nicht besonders stark ist, ist bei einem der kleinsten Teams der Welt nicht neu. Valera kam an den Ball und köpfte in der 67. Minute die Führung ein.</p>
<div id="attachment_522" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/Barca-Ecke1.jpg"><img class="size-full wp-image-522 " title="Barca Ecke" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/Barca-Ecke1.jpg" alt="" width="512" height="226" /></a><p class="wp-caption-text">Barca lässt trotz massiver Überzahl den Schuss zu. Dann geht Valdes nicht konsequent zum ausrollenden Ball, sondern gibt zwanglos die Ecke her.</p></div>
<p><strong>Barcas Umstellungen</strong></p>
<p style="text-align: left;">Guardiola reagierte auf die fehlende Gefährlichkeit seiner Mannschaft zunächst, indem er bereits kurz vor der Halbzeitpause von der ungewöhnlichen Variante auf das gewohnte 4-3-3 umstellte. Sanchez ging nach rechts, Villa nach links und Messi in die Mitte. Im Mittelfeld tauschten Busquets und Xavi, der dadurch jetzt etwas weiter aufrücken konnte.</p>
<p style="text-align: left;">Die Folge war, dass Messi (der sich natürlich weiterhin viel zurückfallen ließ) und Xavi näher zusammenrückten und Getafes Sechserraum jetzt beidseitig in die Zange nahmen. Das Defensivtrio blieb aber auf hohem Niveau und kam wenn überhaupt nur leicht ins Wanken. Zunächst hatte die Umstellung wenig Erfolg.</p>
<p style="text-align: left;">Sie schlug erst dann an, als Barca (vorallem in Person von Xavi) zunehmend direkter in die Spitze spielte. Anstatt krampfhaft zu versuchen, durch den gegnerischen Sechserraum zu kombinieren, wurde er immer öfter mit längeren Steilpässen überbrückt. Das wurde auch möglich, weil Sanchez und Villa nun beide mit Anlauf in den Strafraum ziehen konnten, und mehr noch dadurch, dass jetzt Maxwell und Alves konsequent im Sprint hinter die Abwehr zielten. Die Einwechselung des defensiveren Keita für Thiago sollte wohl letzteres noch fokussieren.</p>
<p style="text-align: left;">Stattdessen fiel zwei Minuten später aber Getafes Führung. Mit der im Rücken blieben die Hausherren bis zum Schluss äußerst aufmerksam. Einige Male konnte Barca durch Steilpässe auf außen (bzw. &#8220;halb-außen&#8221;) durchstoßen, aber Getafes Verteidigung verhinderte saubere Abschlüsse, da alle Spieler schnellstens nach hinten in den Strafraum rückten.</p>
<p style="text-align: left;">In der 72. Minute wechselte Guardiola dann offensiv, brachte mit Pedro und Nachwuchsspieler Cuenca zwei dribbelstarke Flügelspieler. Das hatte die Umstellung zum neuen Standardsystem 3-3-4 zur Folge. Pedro und Cuenza hielten nun weitestgehend weit außen die Flügel, wo sie aus dem Zentrum angespielt werden sollten um die Bälle in den Strafraum zu bringen. Aber Getafe hielt wiederum dagegen. Die Flügelspieler reagierten, indem sie sich weit zurückfallen ließen.</p>
<div id="attachment_525" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/Getafe-Sechserkette1.jpg"><img class="size-full wp-image-525 " title="Getafe Sechserkette" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/Getafe-Sechserkette1.jpg" alt="" width="512" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">Getafe formt ein 6-3-1 und steht stabil.</p></div>
<p style="text-align: left;">Somit warf Barca in den letzten 10 bis 15 Minuten alles nach vorne. Sogar Pique rückte oft in den Sturm auf, wo er Flanken verwerten sollte. Barca spielte so riskant, dass Miku sogar ein Mal alleine gegen Abidal konterte, weil auch noch Alves aufgerückt war. Getafe hatte zwei, drei richtig dicke Gelegenheiten den Sack zuzumachen, aber nutzten sie nicht.</p>
<p style="text-align: left;">Durch die pure Menpower bekam man Getafes Abwehrriegel nun endlich nachhaltig ins Wanken. Messi erzielte ein herrlich herausgespieltes Tor, das aber richtigerweise wegen Abseits aberkannt wurde. In der vorletzten Minute traf Messi dann auch nochmal den Pfosten und Moya parierte den Nachschuss stark. Der Ball fand nicht mehr das Netz.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Fazit</strong></p>
<p style="text-align: left;">Das Schussverhältnis von 7:20, wovon 1:6 auf&#8217;s Tor gingen, schmeichelt Barca. Es lässt vermuten, dass die Niederlage vorallem am Abschlusspech lag, aber dem war nicht so. Dass Getafe aus den wenigen Gelegenheiten trifft, war nicht unbedingt abzusehen und auch Barca hatte sicher Möglichkeiten um zumindest ein Tor zu machen, aber, wenn man die megariskante Schlussphase herausnimmt, war es kein Spiel bei dem man ungläubig den Kopf schüttelt, dass der Ball einfach nicht ins Tor geht. Die meisten Abschlüsse von Barca waren ungefährlich.</p>
<p style="text-align: left;">Wie schon gegen Sevilla wurde Barca vom gegnerischen Sechserraum lange Zeit sehr effektiv abgeschnitten. Wenn man die Katalanen aus diesem Bereich heraushält, fällt es ihnen schwer Chancen zu generieren. Dann zeigt sich auch die mangelnde Robustheit des Teams als Schwäche, wenn es dazu gezwungen wird auf hohe Bälle zu setzen.</p>
<p style="text-align: left;">Ein fluide Defensivausrichtung ohne feste Zuordnungen und vorgezeichnete Verschiebungen erweist sich dabei ein weiteres Mal als äußerst effektives Hilfsmittel gegen Barcelonas fluides Angriffsspiel. Nun, wo es auch von einem schwächeren Team praktiziert wurde, und zu Barcas erster Saisonniederlage führte, könnte Barca noch öfter damit konfrontiert werden. Und so könnte der riesige Wettbewerbsvorteil der stets raumöffnenden und Überzahl-kreierenden Offensivtaktik immer mehr schrumpfen.</p>
<p style="text-align: left;">Guardiola sieht sich bereits jetzt damit konfrontiert, nur 61% der bisherigen Ligaspiele gewonnen zu haben. Letzte Saison waren es 79%. Aber vorallem hat man nun schon 11 Punkte liegen lassen &#8211; das war letzte Saison erst am 31. Spieltag der Fall, als die Meisterschaft mit einem Unentschieden gegen Real quasi vorentschieden wurde. Nun hat Real 6 Punkte Vorsprung.</p>
<p style="text-align: left;">Dabei ist Barcas Torquote sogar besser geworden, aber die Verteilung ist ungleichmäßiger. Wenn ein Team ein Mittel findet, dann hat Guardiola scheinbar zunehmend Probleme (schnell genug) ein passendes Gegengift zu mischen. Das ist sehr verwunderlich, ist man doch im Kader viel breiter geworden und mit dem neuen 3-3-4-System auch taktisch noch flexibler. Möglicherweise fehlt dem Team nach drei überlegenen Meistertiteln in Folge auch etwas der Biss, um in schwierig laufenden Spielen die Punkte zu erzwingen. Zumindest am Samstag in Getafe wirkte die Truppe auch ein Stückchen zu satt.</p>
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		<title>SSC Neapel 2:1 Manchester City &#8211; 80 Millionen eingewechselt und so gut wie raus</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Nov 2011 11:32:17 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Obwohl Roberto Mancini im gestrigen Duell bei Neapel drei Spieler einwechseln konnte, die mehr Transferkosten verschlungen haben als Neapels gesamte Startelf, mussten sich die Citizens am Ende geschlagen geben und müssen jetzt auf Schützenhilfe des punktlosen Villarreal hoffen um noch eine Chance auf ein Weiterkommen zu haben. Vorallem im Vorwärtsgang [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Obwohl Roberto Mancini im gestrigen Duell bei Neapel drei Spieler einwechseln konnte, die mehr Transferkosten verschlungen haben als Neapels gesamte Startelf, mussten sich die Citizens am Ende geschlagen geben und müssen jetzt auf Schützenhilfe des punktlosen Villarreal hoffen um noch eine Chance auf ein Weiterkommen zu haben. Vorallem im Vorwärtsgang enttäuschten Silva, Dzeko und Co. dabei trotz 70% Ballbesitz.</p>
<p><strong><span id="more-484"></span></strong></p>
<div id="attachment_485" class="wp-caption alignright" style="width: 314px"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/Formationen.jpg" target="_blank"><img class="size-full wp-image-485  " title="Formationen" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/Formationen.gif" alt="" width="304" height="425" /></a><p class="wp-caption-text">Die Startformationen.</p></div>
<p><strong>Hybrides 4-3-3 gegen 3-4-2-1</strong></p>
<p>Mancini hatte sich gegen Mazzarris übliches 3-4-2-1 ein schwer asymmetrisches 4-3-3 überlegt. Das zentrale Mittelfeld orientierte sich stark nach rechts, wo das Trio aus Milner, Silva und Yaya Touré sehr wild rochierte und den Ball zirkulieren ließen. Dafür spielten Balotelli und Kolarov auf dem linken Flügel höher als Silva und Zabaleta auf rechts. Balotelli ging oft in die Spitze, wofür sich Dzeko dann zurückfallen ließ.</p>
<p>Auf Seiten der Gastgeber reihte man wie gewohnt eine Dreierkette auf, davor eine Viererkette mit den zwei variablen Flügelläufern Maggio und Dossena und dem Dreieck Hamsik-Lavezzi-Cavani in der Spitze.</p>
<p>Defensiv funktionierte das für City meist ganz gut, obwohl man nicht besonders viel Aufwand betrieb. Balotelli hatte die Lizenz auch bei Ballbesitz Neapels vorne zu bleiben. Sein theoretischer Gegenspieler Maggio konnte bei den Vorstößen von Kolarov aufgenommen werden, da der etwas links agierende de Jong sich am eingerückten Hamsik orientierte.</p>
<p><strong>Viel Bewegung, kein Druck</strong></p>
<p>Offensiv konnten Manchesters millionenschwere Stars aber kaum etwas bewirken. Außer dem Tor und zwei ungefährlichen Kopfbällen nach Ecken gelang in den ersten 75 Minuten nur ein einziger Abschluss innerhalb des Strafraums (Kolarov aus spitzem Winkel).</p>
<p>Grund dafür war die mangelnde Bindung zwischen Mittelfeld und Offensive. Man baute das Spiel sehr rechtslastig auf über die rochierenden Silva, Milner und Touré. Die bekamen aber keinen Anschluss in die Spitze, wo Balotelli und Dzeko in weiter Ferne auf Bälle warteten.</p>
<p>Neapels Sechser Inler und Gargano verschoben dabei aufmerksam auf die Seite von Manchesters Spielaufbau. Hamsik ließ sich immer wieder zurückfallen und half manchmal auch dort aus, meist aber sicherte er Neapels offenen, halbrechten Mittelfeldraum ab. Auf die Weise schnitten die Italiener das gegnerische Mittelfeld vom Sturm ab.</p>
<p>Aber City agierte auch schlicht zu zögerlich und zurückhaltend, gab sich viel zu stark mit dem Ballbesitzspiel zufrieden. Das rechte Mittelfelddreieck beschäftigte sich hauptsächlich damit, sich in der Enge des Raumes freizulaufen um dort am Kombinationsspiel teilzunehmen. Es fehlte an Vorstößen um Verbindungspunkte zum Sturm zu schaffen und Neapels Mittelfeld durcheinander zu wirbeln.</p>
<p>Bloße Rochaden sind insbesondere gegen Neapel aber wenig hilfreich, da deren System sehr gut geeignet ist, sich an neue Spielsituationen anzupassen. Dadurch, dass man einen zusätzlichen Innenverteidiger aufbietet, opfert man Stärke im Pressing, aber ist hinten flexibler. Jeder Spieler kann seine Position verlassen, da diese meist problemlos von einem Nebenmann übernommen werden kann.</p>
<div id="attachment_491" class="wp-caption aligncenter" style="width: 520px"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/napoli-442.jpg" target="_blank"><img class="size-full wp-image-491 " title="napoli 442" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/napoli-442.jpg" alt="" width="510" height="238" /></a><p class="wp-caption-text">Neapel fällt situativ in eine 4-4-2-Grundordnung zurück, kontrolliert die Räume und zwingt City zum Rückwärtsgang.</p></div>
<p>Daher war es für City schwer möglich sich freie Räume so herauszunavigieren, wie man das mit einer derart fluiden Ausrichtung gegen gleichmäßiger besetzte, starrere Defensivsysteme könnte. Dazu kam, dass man zu zögerlich dabei war, mit Spielverlagerungen den aufrückenden Kolarov einzuschalten. Dadurch, dass Hamsik so zentral verteidigte, hatte der Serbe oft etwas Raum und so hätte man den linken Flügel überladen können.</p>
<p><strong>Verkehrte Konterwelt und mangelnde Disziplin</strong></p>
<p>Symptomatisch für Citys Aufbauspiel war, dass ihr Treffer bei 70% Ballbesitz tatsächlich nach einem Konter fiel. Maggio ging nach einem Abstoß im Luftzweikampf zu Boden und über seine Seite konnte sich Dzeko dann im Gegenstoß durchsetzen. Freundliche Hilfe von Aronicas schlechtem Klärungsversuch brachte den Ausgleich aus der eigentlich wenig komfortablen 3-gegen-5-Situation.</p>
<p>Die meist abwartend agierenden Neapolitaner trafen hingegen zwei Mal aus dem Spielaufbau heraus und hatten bis zum 2:1 fast keine ernstzunehmende Kontergelegenheit. Stattdessen fielen beide Tore mehr oder weniger direkt durch eine Überladung des linken Flügels als Silva sich im Rückwärtsgang mal eine Auszeit gönnte. Dieser hätte (anders als Balotelli links) die Vorstöße seines Gegenspielers Dossena dringend aufnehmen müssen, da sein Hintermann Zabaleta von Lavezzi beschäftigt wurde, während Milner und Touré die Räume für Inler und Gargano zu schließen hatten, wie bei der Entstehung des 1:0 zu sehen:</p>
<div id="attachment_487" class="wp-caption aligncenter" style="width: 533px"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/napoli-1-0-2.jpg"><img class="size-full wp-image-487 " title="napoli 1-0 (2)" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/napoli-1-0-2.jpg" alt="" width="523" height="216" /></a><p class="wp-caption-text">Dossena stößt vor, Silva ist vorne stehen geblieben. Deshalb muss Touré herausrücken um  eine Unterzahl zu vermeiden.</p></div>
<div id="attachment_488" class="wp-caption aligncenter" style="width: 533px"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/napoli-1-0-3.jpg"><img class="size-full wp-image-488 " title="napoli 1-0 (3)" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/napoli-1-0-3.jpg" alt="" width="523" height="216" /></a><p class="wp-caption-text">Gargano erkennt diese Situation und unternimmt einen genialen Vorstoß nach links vorne. Dadurch wird nun auch Milner nach rechts gezogen.</p></div>
<div id="attachment_489" class="wp-caption aligncenter" style="width: 533px"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/napoli-1-0-4.jpg"><img class="size-full wp-image-489 " title="napoli 1-0 (4)" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/napoli-1-0-4.jpg" alt="" width="523" height="216" /></a><p class="wp-caption-text">Lavezzi seinerseits erkennt, dass seine Seite nun überladen ist. Er verlagert den Ball auf Inler, der jetzt massig Raum hat, weil Gegenspieler Milner weggezogen wurde. Inler kann seelenruhig einen Distanzschuss ansetzen. Hart muss zur Ecke klären und diese Ecke verwertet Cavani zum 1:0.</p></div>
<p style="text-align: center;">Beim 2:0 gibt Dossena sogar direkt die Vorlage, weil er völlig frei hinterlaufen kann und City die Unterzahlsituation nicht schnell genug ausgleichen kann:</p>
<div id="attachment_492" class="wp-caption aligncenter" style="width: 533px"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/napoli-2-0-11.jpg" target="_blank"><img class="size-full wp-image-492    " title="napoli 2-0 (1)" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/napoli-2-0-11.jpg" alt="" width="523" height="248" /></a><p class="wp-caption-text">Dossena startet nach vorn, Silva folgt ihm nicht.</p></div>
<div id="attachment_493" class="wp-caption aligncenter" style="width: 533px"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/napoli-2-0-21.jpg" target="_blank"><img class="size-full wp-image-493   " title="napoli 2-0 (2)" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/napoli-2-0-21.jpg" alt="" width="523" height="248" /></a><p class="wp-caption-text">Dadurch gerät City auf rechts in Unterzahl. Auch weil Cavani sich klug bewegt.</p></div>
<div id="attachment_494" class="wp-caption aligncenter" style="width: 533px"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/napoli-2-0-31.jpg" target="_blank"><img class="size-full wp-image-494  " title="napoli 2-0 (3)" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/napoli-2-0-31.jpg" alt="" width="523" height="251" /></a><p class="wp-caption-text">City versucht Dossena zu übergeben...</p></div>
<div id="attachment_495" class="wp-caption aligncenter" style="width: 533px"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/napoli-2-0-41.jpg" target="_blank"><img class="size-full wp-image-495   " title="napoli 2-0 (4)" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/napoli-2-0-41.jpg" alt="" width="523" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">...aber der nutzt seinen Geschwindigkeitsüberschuss um die Hereingabe spielen zu können.</p></div>
<div id="attachment_496" class="wp-caption aligncenter" style="width: 533px"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/napoli-2-0-51.jpg" target="_blank"><img class="size-full wp-image-496   " title="napoli 2-0 (5)" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/napoli-2-0-51.jpg" alt="" width="523" height="242" /></a><p class="wp-caption-text">Cavani kommt wegen seiner (und Hamsiks) klugen Bewegung frei zum Abschluss.</p></div>
<p style="text-align: left;">Auf diese Weise entschied letztlich auch wieder die Laufbereitschaft das Spiel.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Citys Schlussoffensive</strong></p>
<p style="text-align: left;">Der ursprüngliche Plan von City funktionierte also nicht, wie auch immer dieser aussah. Man kann spekulieren, dass Mancini den Raum hinter Maggio nutzen wollte und deshalb Balotelli so hoch spielen ließ. Das konnte aber schon deshalb nur schwer klappen, weil City außer dem Tor kaum Kontersituationen bekam. Dass man kaum zum Flankenwechsel griff und Kolarov zu wenig einband (um Maggio herauszuziehen), tat sein übriges.</p>
<p style="text-align: left;">Da man die Punkte dringend brauchte, justierte Mancini um. Bereits gegen Ende der ersten Halbzeit fielen die Citizens zunehmend in ein symmetrischeres 4-1-4-1 bzw. 4-3-3 zurück und streckten das Spiel stärker im Zentrum. Es fehlten aber weiterhin die Stationen in die Spitze hinein und daher änderte sich fast nichts.</p>
<p style="text-align: left;">Wirkungsvolle Änderungen gab es dann erst Mitte der zweiten Halbzeit, als den Engländern zunehmend die Zeit weglief. Man wurde offensiver und schaltete weniger konsequent auf Defensive um. Dadurch kam Neapel zwischen der 65. und 80. Minute erstmal reihenweise zu gefährlichen Kontersituationen, die unter anderem in einem Pfostenschuss von Hamsik mündeten.</p>
<p style="text-align: left;">Mit der Einwechslung von Nasri für de Jong in der 70. Minute stellte Mancini auf <a href="http://spielverlagerung.de/2011/08/29/tottenham-manchester-city-15/" target="_blank">das bekannte 4-2-2-2</a> um, mit Nasri-Silva als Doppelzehn und Milner-Touré als Doppelsechs. Dadurch verlagerte man das Aufbauspiel weiter nach vorne, verbrachte mehr Zeit in der Nähe des italienischen Strafraums und hatte auch in der Spitze mehr Anspielstationen durch zwei klare Stürmer. Außerdem wirkte man nun (logischerweise) eingespielter und dadurch um einiges zielstrebiger.</p>
<p style="text-align: left;">Dadurch kam man nun zu viel mehr Strafraumszenen, vier Abschlüsse innerhalb des Strafraums gab es noch. Eine Großchance von Balotelli konnte de Sanctis in höchster Not entschärfen. Aber Neapel blieb aufmerksam und diszipliniert, weshalb City die Restzeit nicht genügte um noch etwas am Ergebnis zu ändern.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Fazit</strong></p>
<p style="text-align: left;">228 Millionen Euro Verlust im abgelaufenen Geschäftsjahr, 7 Punkte aus 5 Champions League-Spielen. Mancini muss nun die Bayern schlagen und auf einen Ausrutscher von Neapel hoffen, wenn man die Königsklasse nicht vorzeitig verlassen will.</p>
<p style="text-align: left;">Zu spät reagierte der City-Coach darauf, dass seine komplizierte Offensivstrategie arg ineffektiv war. Defensiv war seine Millionentruppe zu undiszipliniert, was die starken Italiener eiskalt nutzen konnten. Interessant dabei, dass Abräumer de Jong bei seiner Auswechslung nach 70 Minuten erst 7,65 Kilometer Laufdistanz abgespult hatte. Hochgerechnet auf 90 Minute sind das rund 10 Kilometer &#8211; Dortmunds Bender <a title="[Videoanalyse] FC Bayern München 0:1 Borussia Dortmund – Der BVB erpresst drei Punkte im Spitzenspiel" href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/?p=474" target="_blank">lief am Samstag</a> ganze 30% mehr.</p>
<p style="text-align: left;">Neapel hat nun alle Karten in der Hand um lebendig aus der &#8220;Todesgruppe A&#8221; herauszukommen. Das anpassungsfähige Defensivsystem von Mazzarri bewährt sich auch auf internationaler Bühne und das Offensivdreieck sorgt für ausreichende Treffer.</p>
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		<title>44² auf Facebook und Twitter</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Nov 2011 22:50:35 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Auf diesem neumodischen Twitter und diesem neumodischen Facebook hab ich mal Accounts angelegt. Über die kann man nun also auch auf dem laufenden bleiben, was die hiesigen taktischen Ergüsse angeht. http://www.facebook.com/44quadrat]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf diesem neumodischen <a href="http://twitter.com/#!/44quadrat" target="_blank">Twitter</a> und diesem neumodischen <a href="http://www.facebook.com/44quadrat" target="_blank">Facebook</a> hab ich mal Accounts angelegt.</p>
<p>Über die kann man nun also auch auf dem laufenden bleiben, was die hiesigen taktischen Ergüsse angeht.</p>
<div id="_mcePaste" class="mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow: hidden;">http://www.facebook.com/44quadrat</div>
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		<title>[Videoanalyse] FC Bayern München 0:1 Borussia Dortmund &#8211; Der BVB erpresst drei Punkte im Spitzenspiel</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Nov 2011 22:26:05 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Es ist wieder spät geworden. Die Analyse dauert wieder fast 50 Minuten, aber das hat so ein Spiel ja auch verdient. Ein Spitzenspiel am Limit und hier ein paar taktische Einsichten in Videoform. Kann nur empfehlen sich vorbereitend oder auch ergänzend die tolle Detailanalyse bei den Kollegen von Spielverlagerung.de durchzulesen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist wieder spät geworden. Die Analyse dauert wieder fast 50 Minuten, aber das hat so ein Spiel ja auch verdient. Ein Spitzenspiel am Limit und hier ein paar taktische Einsichten in Videoform.</p>
<p><strong><span id="more-474"></span></strong>Kann nur empfehlen sich vorbereitend oder auch ergänzend <a href="http://spielverlagerung.de/2011/11/20/fc-bayern-munchen-borussia-dortmund-01-in-depth-analyse/" target="_blank">die tolle Detailanalyse bei den Kollegen von Spielverlagerung.de</a> durchzulesen. Ein paar grundlegende Sachen hab ich auch etwas übergangen, weil sie da schön ausgeführt wurden.</p>
<p>Ich hoffe, dass ich die Szenen trotz der Gesamtlänge etwas kompakter behandelt hab. Irgendwie will ich immer mehr erzählen, als die Länge der Szenen mich reden lässt. <img src='http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' />  Viel Spaß.</p>
<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/vTb9NWFnGD4?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/sCxuRTPzNA8?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/Ft3UbhKNFUM?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/AS5HMN-HsAw?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Die BVB-Krise: Sahin, Chancen und die Ungeduld (Teil 3)</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Nov 2011 14:19:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>44²</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach 17:1 Toren in den letzten fünf Heimspielen, Platz 2 in der Liga und dem ersten Champions League-Sieg ist der BVB endgültig aus dem öffentlichen Krisenbereich gerutscht. Dennoch hier Teil 3 der &#8220;Krisenanalyse&#8221;, da ich noch ein paar Erklärungen schuldig bin. Bis zu besagtem CL-Sieg schwankte die Wahrnehmung schließlich noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach 17:1 Toren in den letzten fünf Heimspielen, Platz 2 in der Liga und dem ersten Champions League-Sieg ist der BVB endgültig aus dem öffentlichen Krisenbereich gerutscht. Dennoch hier Teil 3 der &#8220;Krisenanalyse&#8221;, da ich noch ein paar Erklärungen schuldig bin.</p>
<p>Bis zu besagtem CL-Sieg schwankte die Wahrnehmung schließlich noch etwas, obwohl man in der Liga längst den schwachen Start zurechtgebogen hatte. International war man nach den Gruppen-Hinspielen aber fast schon ausgeschieden. Diese Situation war auf kuriose Weise metaphorisch für den Zustand der Mannschaft. Vieles funktionierte in der Grundanlage gut, aber es waren immer wieder einzelne, entscheidende Dinge, die das Gesamtergebnis herunterzogen.</p>
<p><strong><span id="more-416"></span>Die Ungeduld</strong></p>
<p>Wie bereits in den ersten beiden Teilen skizziert, ist die Spielanlage des BVB stets eine sehr gute gewesen. Dass das Kollektivspiel gegen den Ball in Richtung Weltklasse geht, wusste man und das konnte zum Beispiel gegen Arsenal und in Unterzahl gegen Bremen bestätigt werden. Auch offensiv ist man gut aufgestellt. Nicht nur personell ist man stark besetzt, sondern auch das System ist wie beschrieben durchdacht konzipiert und seit letzter Saison noch weiterentwickelt worden. Das Problem ist, dass die Anlagen oft nicht mit aller Konsequenz zu Ende ausgespielt wurden. Klopp beschrieb das vor dem Augsburg-Spiel (und damit nach dem 0:3 in Marseille) so:</p>
<blockquote><p>Die Konsequenz. Jetzt in beiden Bereichen &#8211; hinten schlagen wir den Ball nicht weg, vorne schlagen wir ihn nicht rein. Und das ist, glaub ich, schon der Situation geschuldet, dass selbst ein 0:0 jetzt irgendwie kein Zwischenergebnis ist, das bei uns zu aktzeptieren ist, sondern &#8220;Warum nicht schon&#8230;?&#8221;. Das ist die Einschätzung von außen auf uns und intern ist es bestimmt auch ein bisschen so. Also weniger das Trainerteam. (&#8230;) Und daraus resultieren so Dinge, dass man Bälle möglicherweise nicht wegschlägt, sondern sie im Spiel halten will.</p>
<p>[Nach der angesprochenen Ungeduld befragt:]</p>
<p>Wir haben dann nicht das perfekte Timing für unser Passspiel; das heißt, wir spielen den Ball vorne rein. Gestern nach dem 0:1, auf einmal aus dem Nichts, haben die zwei, drei Riesenkonterchancen. (&#8230;) Wir, die für sich in Anspruch nehmen, dass wir defensivtaktisch auf einem ganz hohen Niveau agieren, lassen es dann zu, dass wir einen Ball vorne reinspielen, der nicht abgesichert ist. (&#8230;) Das ist die Geduld, die ich dann meine. Nach dem Hertha-Spiel haben wir drüber gesprochen. Da haben wahrscheinlich die meisten Leute gedacht, &#8220;nun schießt doch mal&#8221;. Gegen Hertha hätten wir noch zwei Mal verlagern müssen, bis der Raum dagewesen wäre.</p></blockquote>
<p>Wenn man Ballbesitz-orientiert agiert und sich auf Kurzpassspiel fokusiert, dann muss man das Spiel kontrollieren. Dazu muss man schlichtweg geduldig und intelligent genug sein, die Räume zu nutzen, die man sich herausspielt. Man muss in Bereichen operieren, die man numerisch dominiert, und andere Bereiche möglichst schnell durchqueren oder überbrücken. Man darf sich nicht zu schnell dazu verleiten lassen, den Ball dorthin zu bringen, wo der Gegner ihn erobern will.</p>
<p>Genau dazu ließ sich der BVB in einigen Saisonspielen aber oft drängen. Einige Male bot der Gegner riesige Räume an, die phasenweise völlig ignoriert wurden. Stattdessen wurde der Ball in die Spitze befördert, wo der Gegner auf ihn wartete.</p>
<p>Extrem trat dieser Effekt beispielsweise nach dem Rückstand <a href="http://spielverlagerung.de/2011/09/14/borussia-dortmund-arsenal-fc-11/" target="_blank">gegen Arsenal</a> auf. Die Londoner formierten sich defensiv oft in einer Art 4-3-0-3 (oder 4-5-0-1). Die zentralen Spieler fielen ohne Staffelung nebeneinander eng vor die Abwehrkette, die Stürmer (zumindest van Persie) blieben sehr hoch, ein riesiges Loch im zentralen Mittelfeld war das Resultat.</p>
<p>Wenn man das eigene Angriffsspiel ruhig in diesem Raum gehalten hätte, hätte man entweder von dort ohne Druck die Pässe hinter die Abwehr schlagen können oder man hätte die gegnerischen Mittelfeldspieler gezwungen aus der Sieben-Mann-Mauer herauszurücken. Hintenliegend spielte man stattdessen kopflos in das Gewühl aus Gegenspielern und rannte sich in der extremen Enge etliche Male fest. Eine beispielhafte Szene aus der 66. Minute:</p>
<div id="attachment_420" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/10/schmelzer-arsenal-1.png" target="_blank"><img class="size-full wp-image-420 " title="schmelzer-arsenal (1)" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/10/schmelzer-arsenal-1.png" alt="" width="512" height="214" /></a><p class="wp-caption-text">Schmelzer steht mit riesigem Raum in der Zentrale. Anstatt diesen Raum per Querpass zu nutzen, leitet Bender in vertikaler Richtung eine Kurzpasskombination ein. Angesichts der 4-gegen-4-Situation noch keine schlimme Entscheidung.</p></div>
<div id="attachment_421" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/10/schmelzer-arsenal-2.png"><img class="size-full wp-image-421 " title="schmelzer-arsenal (2)" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/10/schmelzer-arsenal-2.png" alt="" width="512" height="214" /></a><p class="wp-caption-text">Die Kombination bleibt hängen, doch Piszczek erobert den Ball zurück. Immernoch hat Schmelzer ewig viel Raum, aber Piszczek schießt stattdessen in den Pulk vor sich.</p></div>
<div id="attachment_422" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/10/schmelzer-arsenal-3.png"><img class="size-full wp-image-422 " title="schmelzer-arsenal (3)" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/10/schmelzer-arsenal-3.png" alt="" width="512" height="214" /></a><p class="wp-caption-text">Der Ball prallt ab und Bender hat die gleiche Situation. Der Strafraum ist zugenagelt, alle erwarten seinen Ball, außerdem hat Schmelzer einen besseren Distanzschuss und eine bessere Position. Spätestens hier muss Bender den Raum nutzen, den er direkt neben sich vorfindet.</p></div>
<div id="attachment_423" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/10/schmelzer-arsenal-4.png"><img class="size-full wp-image-423 " title="schmelzer-arsenal (4)" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/10/schmelzer-arsenal-4.png" alt="" width="512" height="214" /></a><p class="wp-caption-text">Nachdem der Schuss wieder geblockt wurde, verpasst Bender auch die vierte Möglichkeit Schmelzer mitzunehmen. Mittlerweile hat dieser auch nicht mehr so viel Platz, aber Bender muss mit seiner limitierten Schusstechnik diesen schwierigen Volleyschuss nicht versuchen. Er könnt nun auch einen Lupfer hinter die mittlerweile herausgerückte Abwehrlinie ansetzen. Stattdessen verzieht er völlig. Dortmunds ungeduldiges Brechstangen-Spiel lässt Arsenals große Unordnung völlig ungestraft und mündet in einem Abstoß.</p></div>
<p>Phasen, in denen derartig kopflos agiert wurde, traten zu Saisonbeginn in vielen Spielen auf. Hertha, Mainz, Arsenal, Marseille, Nürnberg, Hannover &#8211; es führte stets zu ausgeprägter Großchancen-Armut. Wenn man dann mal durchkam, dann kreierte man meist nur schwierige Abschlussgelegenheiten, da man den Gegner nicht wirklich ausgespielt bekam. Man erzwang &#8220;Chancen am Gegner&#8221;, die naturgemäß wesentlich weniger erfolgsversprechend sind als freie Abschlüsse. So erklärt sich auch die vermeintlich schwache Chancenverwertung in dieser Saisonphase. Nicht (oder nicht nur) die Abschlüsse hatten Mängel, sondern die Qualität der Chancen litt unter den spielerischen Defiziten.</p>
<p>Dieser Effekt ist übrigens nicht ganz neu. Vergangene Saison trat bei Rückständen bereits einige Male ein ähnlicher auf. Zum Beispiel beim entscheidenden Euro League-Spiel in Sevilla oder in der Rückrunde beim HSV, wo man genau wie gegen Arsenal dann doch noch hinten heraus per Kunstschuss das 1:1 erzielte. In diesen Spielen gab man es auf, die übliche Kontrolle über das Zentrum zu erzeugen und agierte phasenweise ausschließlich über Halbfeldflanken von Sahin oder Schmelzer.</p>
<p>Der Unterschied zur letzten Saison ist der, dass man vergangene Saison bereits im Ansatz zu hektisch war und garnicht mehr wirklich versuchte, sich Räume im Zentrum zu erspielen. Diese Saison erspielte man sich die Räume, aber nutzte sie nicht konsequent. Von daher konnte man hier bereits einen Fortschritt erahnen. Gefährliche Räume herauszuspielen ist zwar nicht gewinnbringend, wenn man sie nicht nutzt, aber es zeigt, dass die Spielanlage stimmt.</p>
<p><strong>Der Dominoeffekt in der Defensive</strong></p>
<p>Das Ausmaß der beschriebenen Fehlern ist, dass sie sich nicht nur auf das Angriffsspiel auswirken, sondern auch die Verteidigungsarbeit stark davon betroffen ist. Insbesondere, wenn sie <a title="Gegenpressing: Das Werkzeug zur Dominanz am Beispiel des Meisters" href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/?p=174">wie beim BVB extrem auf Gegenpressing ausgelegt</a> ist. Falls man dann den Ball dann nämlich in einem Unterzahlbereich verliert, hat es der Gegner bedeutend leichter, sich aus dem Gegenpressing zu befreien. Kurz gesagt verliert man die Kontrolle.</p>
<p>Das wird dann in dem Moment nochmal richtig schwerwiegend, wenn man trotzdem versucht, den Ball im Gegenpressing zu holen, anstatt sich zurückzuziehen und die bereits verlorene Kontrolle auch verloren zu geben. Durch die Klopp&#8217;sche Philosophe ist Dortmund genau dafür sehr anfällig, denn im Normalfall sollen eben alle Spieler sehr aggressiv umschalten und auf Ballrückeroberung pressen. In den Sekundenbruchteilen des Umschaltmomentes kollektiv zu erkennen, dass man dafür keine passende Situation hat, ist sehr schwierig. Herthas 0:1 war ein Paradebeispiel:</p>
<div id="attachment_439" class="wp-caption aligncenter" style="width: 503px"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/raffael1.jpg"><img class="size-full wp-image-439 " title="raffael1" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/raffael1.jpg" alt="" width="493" height="234" /></a><p class="wp-caption-text">Im Zentrum hat da Silva viel Raum, Piszczek entscheidet sich aber für einen Vertikalpass. Interessantes Detail: Kagawa zeigt an, wo Platz für den Ball ist.</p></div>
<div id="attachment_440" class="wp-caption aligncenter" style="width: 503px"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/raffael2.jpg"><img class="size-full wp-image-440 " title="raffael2" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/raffael2.jpg" alt="" width="493" height="234" /></a><p class="wp-caption-text">Der Ball wird geblockt. Piszczek bekommt einen zweiten Versuch, aber korrigiert seine Einschätzung nicht. Spätestens jetzt hat da Silva aber so viel Raum, dass man diesen kaum noch wegschenken darf.</p></div>
<div id="attachment_441" class="wp-caption aligncenter" style="width: 503px"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/raffael3.jpg"><img class="size-full wp-image-441 " title="raffael3" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/raffael3.jpg" alt="" width="493" height="223" /></a><p class="wp-caption-text">Der Ball landet in einer 5 gegen 2 Situation für Hertha. Fast automatisch bekommen ihn also die Berliner.</p></div>
<div id="attachment_442" class="wp-caption aligncenter" style="width: 503px"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/raffael4.jpg"><img class="size-full wp-image-442" title="raffael4" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/raffael4.jpg" alt="" width="493" height="230" /></a><p class="wp-caption-text">Kagawa und Bender müssen im Gegenpressing zu zweit vier Gegner pressen, was natürlich kaum effektiv funktionieren kann. Um die Situation zu korrigieren rücken Kuba und da Silva weit aus der Tiefe nach.</p></div>
<div id="attachment_443" class="wp-caption aligncenter" style="width: 503px"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/raffael5.jpg"><img class="size-full wp-image-443 " title="raffael5" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/raffael5.jpg" alt="" width="493" height="227" /></a><p class="wp-caption-text">Kuba kommt einen Schritt zu spät um Kobiashvilli am Pass zu hindern.</p></div>
<div id="attachment_444" class="wp-caption aligncenter" style="width: 503px"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/raffael6.jpg"><img class="size-full wp-image-444" title="raffael6" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/raffael6.jpg" alt="" width="493" height="228" /></a><p class="wp-caption-text">Auch da Silva kommt genau einen Schritt zu spät um in den Zweikampf zu finden. Das Dortmunder Gegenpressing wird in der unkomfortablen Situation umspielt, da die Berliner einen Tick zu viel Zeit am Ball haben. Raffael wird im &quot;freigepressten&quot; Raum angespielt und kann attackieren.</p></div>
<div id="attachment_446" class="wp-caption aligncenter" style="width: 503px"><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/raffael7a.jpg"><img class="size-full wp-image-446 " title="raffael7a" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/11/raffael7a.jpg" alt="" width="493" height="486" /></a><p class="wp-caption-text">Raffael kann nun durch das entblößte Mittelfeld marschieren. Auch Hummels verpasst noch die Gelegenheit, den Konter zu verzögern, auch er stürmt ungeduldig in die Balleroberung. Seine Grätsche schlägt fehl, Raffael kann alleine auf den Torwart zulaufen. Im Nachschuss erzielt er die Führung.</p></div>
<p>So lassen sich die meisten Situationen, in denen Dortmund Probleme mit Kontern hatte, durch Fehler im Aufbauspiel erklären. So sind die Offensiv- und Defensivstärke stark miteinander verknüpft, was sich auch statistisch zeigt. In den ersten 6 Saisonspielen hatte Dortmund durchschnittlich 16:12 Schüsse pro Spiel, anschließend (wenn man das eigenwillige Unterzahlspiel in Bremen herausnimmt) waren es 21:7. Man hat also genau so viel zugelegt wie die Gegner abgebaut haben.</p>
<p><strong>Die Psychologie</strong></p>
<p>Die Gründe für diesen Effekt dürften vielfältig sein. Zum einen ist das ein normales  Phänomen, wenn eine Mannschaft hinten liegt. Die Ruhe geht verloren und  man spielt hektisch in die Spitze.</p>
<p>Durch das meist sehr vertikal ausgelegte Spiel des BVB in der vergangenen Saison wurde dies vermutlich verstärkt. Die Spieler sind darauf &#8220;programmiert&#8221;, den ersten Blick in die Spitze zu lenken. Somit neigt man natürlich eher dazu, seinen Nebenmann mal zu übersehen oder zu ignorieren. Die Balance gerät ins Wanken.</p>
<p>An dieser Stelle offenbarte sich wohl am stärksten das Fehlen von Sahin. Durch die starke Zentrierung des Spiels auf ihn hatten es seine Mitspieler leichter. Die Strukturen im Offensivspiel waren weniger kompliziert und daher leichter umzusetzen, besonders für die Spieler der Viererkette. Im Zweifelsfall wurde der Ball auf Sahin gelegt. Dieser entschied mit seinem strategischen Talent, ob das Spiel beschleunigt oder beruhigt werden musste. Dass die anderen Spieler dies nun stärker selbst übernehmen müssen, brauchte wohl ein wenig Eingewöhnungszeit. Insbesondere in der gegnerischen Hälfte, wo diese Fehleinschätzungen am stärksten auftraten. Im tieferen Aufbauspiel hat man ja mit Hummels einen ähnlichen Fixpunkt, der bleibt dann aber eben normalerweise an der Mittellinie stehen und ist später nicht mehr so leicht anspielbar.</p>
<p>Die erhöhte Erwartungshaltung an das Dortmunder Team tat ihr übriges. Die Mannschaft stand offenbar unter dem Druck, zeigen zu wollen, dass man jeden Gegner dominieren könnte, so wie es gegen Hamburg zum Saisonstart gelang. Dadurch tritt (bzw. trat) dieses Phänomen zusätzlich auch dann auf, wenn es noch Unentschieden stand. Gerade dann kam eben auch der beschriebene Dominoeffekt besonders zum tragen, da der Gegner noch ernsthafte Konterbemühungen unternimmt (anders als bei den angesprochenen Beispielen vergangener Saison oder dem Spiel gegen Arsenal, welches ja letztlich noch glimpflich ausging). Gegen Hertha zum Beispiel lief man dadurch ins Messer. Und gegen Mainz oder Marseille kassierte man dann Tore, weil man schon in riskanten Abwehrsituationen nach vorne dachte.</p>
<p>Interessant war auch zu  beobachten, wie die Ungeduld mit der Zeit in Verunsicherung mündete. Nach einiger Zeit kamen die Dortmunder immer wieder in Phasen, wo man am laufenden Band einfachste Pässe nicht spielen wollte. Man konnte Spieler beobachten, die eins, zwei, drei Sekunden mit dem Ball am Fuß quasi tatenlos warteten. Wohl in der Hoffnung noch eine vielversprechende Station in der Spitze zu finden. Dadurch geriet das Kurzpassspiel immer wieder ins Stocken, der Gegner bekam Zeit geschenkt um sich zu formieren. Auf diese Weise kann Ballbesitzspiel keine Lücken reißen.</p>
<p>Es schien als hätte das Team noch nicht das volle Vertrauen in die neue Spielweise. Sobald es nicht zu laufen schien, war man dann gehemmt, diese Spielweise konsequent durchzuziehen. Und jede Strategie leidet natürlich enorm darunter, wenn sie nicht durchgezogen wird &#8211; ganz egal, wie gut ausgearbeitet sie ist.</p>
<p><strong>Das Augsburg-Spiel als Wendepunkt</strong></p>
<p>Im Kontext dieses fehlenden Vertrauens ist der 4:0-Heimsieg über den FC Augsburg vielleicht das wichtigste Saisonspiel der Borussia. Mit veränderter Aufstellung (die formschwachen Kagawa und Subotic blieben unerwartet 90 Minuten lang auf der Bank) schien sich das Spiel zuerst wie zu dem Zeitpunkt gewohnt zu entwickeln.</p>
<p>Man machte das Spiel, aber hatte Schwierigkeiten Chancen zu krieren. Nach einem Marseille-Erinnerungskopfball von Hummels hätte man dann beinahe früh den Rückstand kassiert. Augsburg bekam auch einige potentiell gefährliche Kontergelegenheiten, bei denen sie aber zu langsam umschalteten.</p>
<p>Diesmal aber blieb man der eigenen Linie vorerst treu und hatte endlich mal das Glück, in einer Strafraumsituation von einem gegnerischen Fehler zu profitieren. Nach 30 Minuten markierte Lewandowski die Führung. Kurz vor der Halbzeit konnte der Pole eine Standardsituation verwerten und man konnte mit einem sicheren Polster in die zweiten 45 Minuten starten.</p>
<p>Einen kurzen Rückschlag, als man nach einem Fehler im Aufbau einen Elfmeter verursachte, konnte Weidenfeller zum Glück dann noch korrigieren. Dadurch war der Weg geebnet für die vielleicht wichtigste Spielphase der Saison.</p>
<p>Um die 60. Minute herum ließen die Borussen den Ball fast völlig drucklos zirkulieren. Man stellte den Vorwärtsgang extrem zurück, da Augsburg weiterhin passiv stand. Mit zwei Toren Führung im Rücken ließ man sich nicht dazu verleiten, in den massiven Abwehrblock zu spielen, sondern man ließ den Gegner einfach bloß laufen. Augsburg wurde dadurch komplett aus dem Spiel genommen. <a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?tag=8&amp;reiter=g&amp;bmi=130233#/match:130233/filter:pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:14924,38027,38180,35470,33474,31828,37636,33558,41658,42043,39301,42752,34993,34553,13849,12345,41101,35568,8047,17513,42758,37472,25585,38894,28866,28739,26439,35146,35048,35423,35441,26363,40421,29178,44274,25114/minutes:57,67/area:-1,-1,1,1" target="_blank">Zwischen der 57. und 67. Minute </a>spielten die Gäste nur 6 erfolgreiche Pässe (Dortmund 65). Dannach waren die Gäste moralisch tot.</p>
<p>Spannend war, was nun im Stadion passierte. Das Dortmunder Publikum, extrem schnellen, ereignissreichen Fußball gewöhnt, war mit dem scheinbar ziellosen Spiel ihrer Mannschaft unzufrieden. Plötzlich wurde das eigene, völlig dominante Team im eigenen Stadion ausgepfiffen! Was erstmal befremdlich wirkt, zeigte sich als perfektes Timing. Von den Fans angeheizt, zogen die Dortmunder plötzlich das Tempo an, aus dem Nichts brachte Hummels einen Ball in die Spitze und sofort brannte der Augsburger Strafraum lichterloh.</p>
<p>Nun hatten die Borussen ihren Rythmus gefunden. Mit hervorragend balancierter Mischung aus Vertikalspiel und Ballzirkulation wurden die Augsburger nun zerlegt. Ein Doppelschlag in der 75. und 78. Minute brachte das souveräne 4:0, was auch noch hätte höher werden können.</p>
<p>Seit diesem Spiel scheint Dortmunds Ungeduld verflogen. Die bittere Niederlage in Piräus hatte andere Gründe. Gegen die extrem passiven Kölner zeigte man aber eine perfekt balancierte Vorstellung, ließ 85 Minuten lang keinen Torschuss zu. Gegen die im 5-4-1 sehr klug mauernden Dresdner hatte man eine sehr schwierige Anfangsphase, aber wurde nicht hektisch. Man tastete sich langsam in das ungewohnte Defensivsystem herein und wurde im Laufe des Spiels immer effizienter und dominanter. Auch gegen Wolfsburg strahlte man eine enorme Ruhe und Konzentriertheit aus, kombinierte nach einer hektischen Anfangsphase den Führungstreffer mit enormer Präzision heraus.</p>
<p><strong>Die Champions League-Spiele</strong></p>
<p>Das schwache Abschneiden in der Champions League steht wie angedeutet teilweise auf einem anderen Blatt. Ich möchte aber erstmal den drei üblichen Erklärungsversuchen ein bisschen widersprechen. Da wären zum einen die ziemlich floskelartigen Ansätze, dass Dortmund zu unerfahren, &#8220;zu grün für Europa&#8221; ist, und, dass &#8220;Champions League eben nicht das gleiche wie Bundesliga ist&#8221;. Außerdem wurden Stimmen laut, dass Klopp seine Truppe zu wenig auf Europa eingestellt hätte, zu offensiv hätte spielen lassen.</p>
<p>Erstens will ich sagen, dass die Champions Leage selbstverständlich das gleiche ist wie die Bundesliga. Die Bälle sind auch da rund, die Tore sind auch da eckig und die Gegner sind da auch da Menschen. Man spielt den gleichen Sport. Da liegt kein Zauber drauf, der plötzlich alles verändert. Anstatt zu mystifizieren sollte man sich also doch lieber mal genau anschauen, wodurch etwaige Unterschiede hervorgerufen werden.</p>
<p>Dementsprechend finde ich auch die Ansätze der fehlenden taktischen Anpassung und der fehlenden Erfahrung viel zu kurz getreten. Beides funktioniert in der Bundesliga, weshalb sollte es in der Champions League nicht?</p>
<p>Tatsächlich widerlegt das Arsenal-Spiel beide Vorwürfe. Dies war nämlich das erste Spiel, in der Klopp auf eine rein defensive Doppelsechs setzte. Man passte sich also taktisch an &#8211; allerdings dem sehr spielstarken Gegner, nicht dem Wettbewerb. Diese Anpassung funktionierte dann auch und man hätte früh durch tolle Konter führen können. Dass die Chancen ausgelassen wurden lag an mangelnder Abschlussstärke &#8211; die hatten auch schon erfahrene Spieler. Den fatalen Rückstand verursachte dann sogar der einzig CL-erfahrene Mann in der Dortmunder Elf. Kehl spielte einen üblen Fehlpass im Spielaufbau (kurz vorher übrigens schon einen), man lag zurück und nun wütete das beschriebene Geduldsproblem.</p>
<p>Marseille war natürlich ein außergewöhnliches Spiel, insbesondere wegen der verrückten Chancenverwertung. Da kommt man nicht drum herum zu sagen, dass man wohl kaum unglücklicher 0:3 verlieren kann. Aber sicher war man auch hier nicht zu offensiv. Im Gegenteil &#8211; wieder spielte die defensive Doppelsechs Kehl-Bender. Gegen den unerwartet passiven Gegner hätte man hier vermutlich besser etwas mutiger aufgestellt. Durch den unglücklichen Spielverlauf trat das Problem der Ungeduld hier wohl am stärksten auf.</p>
<p>Die Niederlage in Piräus lässt sich meines Erachtens vorallem durch die Niederlage in Marseille erklären. Nach dieser wurde die Champions League-Tauglichkeit der Borussia stark in Frage gestellt. Zudem traf man nun auf den vermeintlich schwächsten Gruppengegner. Sicher wollte das Team mit aller Macht das Gegenteil beweisen. Mit dem Augsburg-Spiel im Rücken zeigte man dann tatsächlich eine spielerisch gute erste Halbzeit, erzielte ja auch einen stark herausgespielten Treffer. Wenn Kagawa an diesem Tag nicht die Talsohle seines Formtiefs erwischt hätte, hätte man aus den zahlreichen &#8220;Gegenkonter&#8221;-Situationen aus eroberten zweiten Bällen, wohl noch eins, zwei mehr Treffer herausspielen können.</p>
<p>Stattdessen trat ein Problem auf, was unter Klopps Führung bei Dortmund fast als ausgestorben galt: Man unterschätzte den Gegner und kassierte Tore wegen reiner Unkonzentriertheit, Tore aus dem offenen Spielaufbau. Der zweite Rückstand war dann moralisch extrem schädlich. Fortan versuchte man die Kontrolle über das Spiel zurückzuerlangen,  was gegen einen extrem stark verteidigenden Gegner (klar besser als Marseille und Arsenal) nicht gelang.</p>
<p>So erklärt sich auch Klopps Systemänderung im Rückspiel. Taktisch machte die Umstellung eigentlich wenig Sinn und man spielte auch nicht besonders stark. Der Zweck war ein rein psychologischer: Durch die Umstellung auf ein ungewöhnlich passives Defensivsystem, setzte man ein Zeichen an die Mannschaft. &#8220;Der Gegner ist stark, volle Konzentration auf die Defensive und irgendwie gewinnen!&#8221; Die Übermotivation des Hinspiels sollte verhindert werden.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Das Problem des BVB war nie ein grundlegendes, spielerisch-taktisches. Die Dortmunder Mannschaft brauchte schlicht eine Weile um sich an die Gegebenheiten des weiterentwickelten Systems zu gewöhnen und um volles Vertrauen in die neue Spielweise zu gewinnen. Die Probleme zu Saisonbeginn zeigen also, von welcher Wichtigkeit es für eine Mannschaft ist, dass der psychologische Zustand des Kaders und die taktische Ausrichtung Hand in Hand geben.</p>
<p>Die jüngeren Ergebnisse zeigen aber auch, wie richtig es war, dass das Dortmunder Trainerteam das Meisterschaftssystem weiterentwickelte. Hätte man krampfhaft versucht, die alte Spielweise (mit verändertem Personal) zu konservieren, hätte man vielleicht einen etwas weniger holprigen Start hingelegt, aber langfristig wäre viel Potential auf der Strecke geblieben</p>
<p>In dem Kontext ist meines Erachtens auch die Forderung nach erfahreneren Spielern einzuordnen. Vielleicht wäre das Problem der Ungeduld nicht so stark aufgetreten, wenn der Kader mit Spielern besetzt wäre, die bereits etwas mehr Ruhe und Souveränität aufgebaut haben. Aber die Jugend des BVB-Kaders macht die Geschwindigkeit der Weiterentwicklung erst möglich. Langfristig lohnt sich das Vertrauen in die jungen Talente, insbesondere angesichts der finanziellen Möglichkeiten von Dortmund und der starken Entwicklungsfähigkeiten des Trainerteams.</p>
<p>Vielleicht hätte man sich mit erfahreneren Spielern auch vorletzte Saison schon für die Champions League qualifiziert oder wäre letzte Saison in der Euro League weitergekommen. Aber hätte man so einen Entwicklungssprung hinlegen können, dass man wie aus dem nichts die Meisterschaft geholt hätte? Wohl kaum.</p>
<p>Letztenendes darf man die vermeintliche Krise der Dortmunder zu Saisonbeginn als Beispiel für temporäre Schwierigkeiten einer Mannschaft nehmen, die man nicht mit strukturellen Problemen verwechseln sollte, wie man sie zum Beispiel beim HSV beobachten konnte.</p>
<p>Wie nachhaltig sich diese Probleme auswirken werden, wird sich wohl auch maßgeblich in den nächsten Tagen entschieden, wo es für die Dortmunder gegen Bayern, Arsenal und Schalke geht. Zum heutigen Bundesliga-Topspiel gibt&#8217;s übrigens auch nach langem mal wieder eine 44²-Videoanalyse. Auf ein tolles Spiel, Prost.</p>
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		<title>Die BVB-Krise: Sahin, Chancen und die Ungeduld (Teil 2)</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Oct 2011 16:34:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>44²</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach der Betrachtung von Dortmunds spielerischen Zielen nun zu den Defiziten, die dafür sorgen, dass der Erfolg bisher geringer ausfällt als allgemein erwartet. Zuerst widme ich mich den oft angesprochenen Themen der Chancenverwertung und Nuri Sahin. Chancenverwertung Zur Einordnung der Problematiken muss man zweifelsohne die Auswertung der herausgespielten Chancen betrachten. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach der <a title="Die BVB-Krise: Sahin, Chancen und die Ungeduld (Teil 1)" href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/?p=389" target="_blank">Betrachtung von Dortmunds spielerischen Zielen</a> nun zu den Defiziten, die dafür sorgen, dass der Erfolg bisher geringer ausfällt als allgemein erwartet. Zuerst widme ich mich den oft angesprochenen Themen der Chancenverwertung und Nuri Sahin.</p>
<p><strong><span id="more-401"></span>Chancenverwertung</strong></p>
<p>Zur Einordnung der Problematiken muss man zweifelsohne die Auswertung der herausgespielten Chancen betrachten. Außer gegen die starken Leverkusener verzeichnete man in allen Spielen eine klare Überzahl in den Torschüssen und so dominieren die Mängel in der Treffsicherheit die Berichterstattung über Dortmunds mäßige Ergebnisse.</p>
<p>Sicherlich kann man wohl behaupten, dass der BVB deutlich besser dastünde, wenn die eigene Chancenverwertung stets der gegnerischen ebenbürtig gewesen wäre. Beide Champions League-Spiele hätte man dann wohl gewonnen, ebenso die Spiele gegen Hoffenheim und Hannover. Auch gegen Hertha hätte man Punkte geholt. Alles würde vermutlich vom fortwährenden Dortmunder Siegeszug schreiben.</p>
<p>Das ist aber eine beschönigende Betrachtungsweise, die etwas wesentliches außer Acht lässt. Die Chancenverwertung jeder Mannschaft schwankt von Spiel zu Spiel. Das ist ein unvermeidbares statistisches Phänomen, da eben jeder Spieler nur eine bestimmte Treffsicherheit (oder Treffunsicherheit), weit entfernt von 0 und 100%, hat. Lass den sichersten Torschützen der Welt 100 Mal aus der gleichen Position schießen, er wird nicht 100 Mal treffen &#8211; ganz ohne, dass das tiefergehende psychologische Gründe hätte.</p>
<p>Somit ist es völlig klar, dass man in vielen Spielen zumindest knapp unterlegen in der Chancenverwertung ist. Das Ziel einer Spitzenmannschaft muss es daher sein, die eigene Chancenüberlegenheit so hoch wie möglich zu halten, sodass man auch die Spiele gewinnt, in denen man &#8220;Scheiße am Fuß&#8221; hat. Letzte Saison gewann Dortmund viele solcher Spiele (auf Schalke, zu Hause gegen St. Pauli oder Köln), obwohl die Fehlschussquoten noch bedeutend schlimmer aussahen.</p>
<p>So muss man bei nüchterner Betrachtung festhalten, dass Dortmund zwar meist mehr Chancen hatte, aber öfters eben nicht viel mehr. Oder besser gesagt, nicht viel mehr hochwertige Chancen. Oft ließ man sich zu vielen Verlegenheitsschüssen zwingen. Ungefährliche Kopfbälle, schlechte Winkel, Bedrängung, Distanzschüsse.  Das lässt die &#8220;gefühlte&#8221; Chancenverwertung noch schlechter wirken als sie es eigentlich ist. Das Spiel gegen Berlin ist das beste Beispiel.</p>
<p>Tatsächliche Großchancen waren meist an einer Hand abzuzählen. Gegen alle Gegner gab es Phasen, in denen solche nicht mal in der Luft lagen und man den Gegner trotz Ballbesitz nur spärlich in ernsthafte Schwierigkeiten brachte. Deshalb ist eine Problemanalyse über die Chancenverwertung heraus absolut berechtigt, beziehungsweise notwendig. Gleichzeitig darf man aber sagen, dass die Dortmunder eher Pech hatten und normalerweise wohl besser dastünden.</p>
<p><strong>Wie sehr fehlt Sahin?</strong></p>
<p><a title="Gedanken zu sportlichen Problemanalysen" href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/?p=403" target="_blank">Wie schon dargelegt</a> halte ich nicht so arg viel von der Frage. Erstmal ist es wirklich alles andere als überraschend, dass man keinen richtigen personellen Ersatz für ihn  gefundenhat, angesichts der Tatsache, dass man das beim BVB erklärtermaßen nie versucht hat. Es wäre auch töricht gewesen, denn woher hätte man einen adäquaten Ersatz herbekommen sollen?  Es gibt vielleicht fünf Spieler auf der Welt, die Sahins Rolle so stark umsetzen könnten. Nicht umsonst war es Real Madrid, die Sahin abwarben.</p>
<p><a title="Die BVB-Krise: Sahin, Chancen und die Ungeduld (Teil 1)" href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/?p=389" target="_blank"></a></p>
<p><a title="Die BVB-Krise: Sahin, Chancen und die Ungeduld (Teil 1)" href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/?p=389" target="_blank"> </a></p>
<div class="mceTemp"><a title="Die BVB-Krise: Sahin, Chancen und die Ungeduld (Teil 1)" href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/?p=389" target="_blank"></a>
<dl id="attachment_408" class="wp-caption alignright" style="width: 262px;"><a title="Die BVB-Krise: Sahin, Chancen und die Ungeduld (Teil 1)" href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/?p=389" target="_blank"></a>
<dt class="wp-caption-dt"><a title="Die BVB-Krise: Sahin, Chancen und die Ungeduld (Teil 1)" href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/?p=389" target="_blank"></a><a href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/10/gündogan-augsburg.jpg"><img class="size-full wp-image-408 " title="gündogan augsburg" src="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/wp-content/uploads/2011/10/gündogan-augsburg.jpg" alt="" width="252" height="272" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Gündogans Pässe gegen Augsburg</dd>
</dl>
</div>
<p>Wie erläutert wurde das Spiel umstrukturiert und der vermeintliche Ersatzmann Gündogan hat eine ganz andere Rolle als Sahin. Plastisch sieht man die Unterschiede zum Beispiel an Gündogans Passwerten gegen Augsburg. Auf 33 erfolgreiche Pässe kam nur ein einziger Fehlpass. 97% Passgenauigkeit ist ein unglaublicher Wert für einen zentralen Offensivspieler, den Sahin nie annähernd erreichte (rangierte manchmal sogar um die 70%). Allerdings spielte Gündogan dabei nur ganze zwei Pässe ins letzte Spielfelddrittel, viele Pässe waren sehr kurz oder nach hinten. Es ist also keineswegs so, als würde er dabei scheitern, Sahins vertikales Passspiel zu übernehmen, sondern es ist offensichtlich so, dass er nicht in dieser Weise spielen <em>soll</em>. Er verknüpft zwischen den anderen Offensivspielern und hilft mit seiner sehr hohen Ballsicherheit dabei, den Ball aus engen Situationen zu befreien. <a title="Borussia Dortmund 3:1 Hamburger SV – Guten Morgen Deutscher Meister…" href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/?p=184" target="_blank">Das 2:0 gegen Hamburg</a> ist wohl ein Paradebeispiel dafür, wie Gündogan im Offensivspiel wirken soll.</p>
<p>Den Vorteil dieser Umstrukturierung erkennt man gut, wenn man saisonübergreifend die Spiele gegen 4-3-3 bzw. 4-1-4-1-Formationen miteinander vergleicht. Wo man vorige Saison gegen Hoffenheim oder in Freiburg noch arge Probleme hatte, dort dominiert man heute gegen Hamburg und Augsburg (oder der Anfangsphase gegen Nürnberg) ziemlich problemlos. Eine Doppelacht nahm Sahin seinen Raum und dem Dortmunder Spiel damit den Fluss. Diese starke Wirkung jener Maßnahme wurde durch die Systemveränderung völlig neutralisiert. Durch die höhere Fluidität der Sechser und Offensivspieler schafft man es im neuen System viel besser, den unterbesetzten gegnerischen Sechserraum zu nutzen.</p>
<p>Dennoch ist es nicht von der Hand zu weisen, dass Sahin natürlich Qualitäten einbrachte, die dem BVB nun abgehen. Die weiten Spielverlagerungen und gefährlichen Vertikalpässe kann auch Hummels nicht derartig präzise und gefährlich umsetzen. Möglicherweise könnte das Konterspiel Dortmunds darunter leiden, das war aber bisher gegen die stets tiefspielenden Gegner wenig auf der Probe, von daher ist das Spekulation. Aber man kann wohl davon ausgehen.</p>
<p>Durch das Fehlen einer Hauptschaltzentrale ist zudem die ganze Mannschaft stärker in der Entscheidungsfindung gefordert. Anstatt das Spieltempo und die Angriffsräume von einem Kopf vorgeben zu lassen, müssen diese Fragen noch kollektiver gelöst werden. Das ist meines Erachtens das zentrale Thema der momentanen Dortmunder Situation und muss kein Nachteil sein. Später mehr.</p>
<p>Besonders gegen tiefstehende 4-4-1-1-Formationen muss sich Dortmund noch finden. Gegen Teams, die so agierten, war man in der Meistersaison besonders stark, wie <a title="Gegenpressing: Das Werkzeug zur Dominanz am Beispiel des Meisters" href="http://www.r-quadrat.net/44quadrat/?p=174" target="_blank">hier erklärt</a>. Gegen Hertha, die das genau so spielten, machte man daher einen Schritt zurück und orientierte sich stärker am &#8220;alten&#8221; System, wo dann aber tatsächlich ein Passgeber der Marke Sahin fehlte. Deshalb wurde da Silva in diesem Spiel auch zur Halbzeit für Gündogan eingewechselt, denn der ist ein viel ähnlicherer Spielertyp wie Sahin. (Er spielte das aber irgendwie merkwürdig flügellastig, wodurch das Spiel durch ihn in diesem Fall trotzdem nicht wirklich besser wurde.)</p>
<p>So gesehen ist Sahins Abgang zumindest in solchen Spielen noch ein Kernproblem. Andererseits sind die Rezepte um Sahins Stärken anderweitig zu kompensieren vorhanden. Man wird diese Ideen noch stärker auf Gegner mit Doppelsechs übertragen müssen. Denkbar wären dafür auch ein Ausweichsystem (4-1-4-1?), denn das Problem ist wohl das Gegenpressing. Im neuen System läuft Dortmund Gefahr, dass Gündogan nach Ballverlusten von der gegnerischen Doppelsechs überspielt wird.</p>
<p><strong>Alte Leiden</strong></p>
<p>Hinzu kommt auch, dass Dortmund die Defizite der vergangenen Saison bisher nicht abbauen konnte. Gegen tiefstehende Gegner hatte man auch da schon große Probleme, weil man recht wenig Gefahr durch Flanken und Distanzschüsse erzeugte. In der Rückrunde wurde das noch verstärkt, weil Kagawas gute Weitschussfähigkeiten wegfielen. Bisher hat sich dieses Problem eher noch verschlimmert.</p>
<p>Man hat aber an dieser Schraube gedreht. Perisic ist wahnsinnig kopfballstark, schlägt auch selbst sehr gute Flanken und scheint ebenfalls einen kraftvollen Schuss zu besitzen. Es ist nur natürlich, dass er als Transfer aus der belgischen Liga etwas Zeit braucht, aber sobald er sich eingefunden hat könnte er einen großen Fortschritt zur vergangenen Saison darstellen, wenn man tiefstehende Defensivreihen knacken muss.</p>
<p>Kagawa ist auch noch nicht in Topform, ebenso Schmelzer, der die Vorbereitung verpasste. Zweiterer hat momentan große Probleme, die Bälle gefährlich in den Strafraum zu bringen, was sich zum Beispiel gegen Arsenal extrem negativ auswirkte, weil er dort sehr oft Raum dafür bekam. Kagawa dürfte im neuen System noch viel Luft nach oben haben. Das ständige Freilaufen und sehr Kurzpass-intensive Spiel kommt ihm theoretisch sehr entgegen, aber zuletzt spielte er manchmal schematisch zu hoch und kam deshalb wenig ins Spiel. Sobald er seine Rolle besser gefunden hat, könnte auch das ein großes Plus für das Dortmunder Spiel sein.</p>
<p>In der Summe schätze ich die Dortmunder Mannschaft dennoch momentan nicht schwächer ein als letzte Rückrunde, vielleicht sogar besser als in der Hinrunde. Die Fortschritte im offensiven Bewegungsspiel sind groß und vorallem Hummels, Bender und Götze können ihre Qualitäten stärker einbringen, was die Defizite im Vergleich recht gut kompensiert. Weshalb das in den Ergebnissen noch nicht so recht erkennbar ist, liegt meines Erachtens daran, dass das neue System nicht konsequent genug durchgezogen wird. Genaueres im finalen dritten Teil.</p>
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		<title>Gedanken zu sportlichen Problemanalysen</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Oct 2011 14:33:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>44²</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bevor ich den zweiten Teil der BVB-&#8221;Krisenanalyse&#8221; bringe, möcht ich ein paar Sachen dazu loswerden, wie solche Diskussionen üblicherweise geführt werden. Insbesondere der immer wiederkehrende Ansatz, dass &#8220;Nuri Sahin nicht ersetzt werden konnte&#8221;, stört mich. Auch weil das ein Punkt ist, der Monate vor Saisonstart klar war. Somit nehme ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bevor ich den zweiten Teil der BVB-&#8221;Krisenanalyse&#8221; bringe, möcht ich ein paar Sachen dazu loswerden, wie solche Diskussionen üblicherweise geführt werden. Insbesondere der immer wiederkehrende Ansatz, dass &#8220;Nuri Sahin nicht ersetzt werden konnte&#8221;, stört mich. Auch weil das ein Punkt ist, der Monate vor Saisonstart klar war.</p>
<p>Somit nehme ich diesen Erklärungsversuch mal als Beispiel für die öffentlichen Diskussionen zu unerwartet schlechten (aber auch zu guten) sportlichen Ergebnissen, die sich oft im Kreis drehen und von nicht zu Ende gedachten Plattitüden bestimmt werden.</p>
<p><strong><span id="more-403"></span>&#8220;Die Mannschaft konnte seinen Abgang nicht verkraften.&#8221;</strong></p>
<p>Das Erklären und Einordnen von Mannschaftsleistungen durch das Fehlen (oder den Verkauf) bestimmter Spieler halte ich für einen falschen Ansatz. Denn dieser basiert theoretisch auf einem wenig sinnvollen Vergleich. Dem Vergleich zu einem virtuellen Team, in dem dieser Spieler dabei wäre. Was schon daran scheitert, dass man nur schwerlich beurteilen kann, wie erfolgreich diese virtuelle Mannschaft wäre.</p>
<p>Eine derartige Diskussion wird dadurch hervorgerufen und erschwert, dass man den Erfolg einer Mannschaft ständig mit ihrer Qualität gleichsetzt. Saisonübergreifend wohlgemerkt. Das ist falsch, ein Denkfehler. Völlig ignoriert wird dabei, dass man andere Umstände und sich stets weiterentwickelnde Gegner hat. Der BVB aus der letztjährigen Hinrunde würde im Jahr 2011 ganz einfach nicht mehr so überlegen Herbstmeister werden, wie man es im Jahr 2010 wurde. Wenn man das Fehlen von Nuri Sahin dann als Hauptursache aufführt, um das unterschiedliche Abschneiden zu erklären, geht man aber letztlich genau davon aus.</p>
<p>Von daher ist die Erklärung für die BVB-Krise, dass &#8220;Sahin fehlt&#8221; grundlegend genau so durchdacht wie die Erklärung, dass Matthias Sammer fehlt. Oder die Behauptung, dass Michael Schumacher nur wieder für Ferrari fahren müsse, um an seine alten Erfolge anzuknüpfen. Etwas überzeichnet, denn der zeitliche Abstand ist natürlich ein anderer, aber vom Prinzip her ist es der gleiche Unsinn. Vergänglichkeit und Veränderung sind die selben.</p>
<p>Was bleibt dann noch übrig von diesem Argument? Man weist darauf hin, dass der Mannschaft durch einen Abgang bestimmte Qualitäten verloren gegangen sind. Das ist natürlich ein Punkt, den man betrachten muss. Jedoch kann man dies auch losgelöst von einem bestimmten Spieler betrachten. Anstatt zu sagen, dass Dortmund Sahin fehlt, kann ich auch sagen, dass Dortmund ein Spieler fehlt, der das Tempo vorgibt und das Spiel in die richtigen Räume leitet.</p>
<p>Genauso fehlt Dortmund nämlich zum Beispiel ein Spieler, der durch Distanzschüsse regelmäßig für Gefahr sorgen kann. Niemand würde auf die Idee kommen, daraus zu schließen, dass Dortmund &#8220;Hitzlsperger fehlt&#8221;. Man findet sich schlichtweg damit ab, dass dieser Spieler fehlt und betrachtet die Qualitäten, die vorhanden sind. Genau so sollte man es mit Spielern halten, die wegtransferiert wurden. Denn auch diese gehören schlichtweg nicht mehr zu der Mannschaft, über die man spricht.</p>
<p>Um es auf den Punkt zu bringen: Muss man wirklich ständig erklären, dass eine Mannschaft nicht die gleiche Mannschaft ist wie in der Vorsaison? Kann man sich nicht einfach damit abfinden, dass es so ist, und die Erwartungshaltung entsprechend anpassen?</p>
<p><strong>Anspruch, Status, Potential</strong></p>
<p>Die eigentliche Grundlage derartiger Betrachtungen ist oft ein noch oberflächlicherer. Der Erfolg einer Mannschaft wird schlichtweg nicht daran gemessen, wozu das Team im Stande ist. Die öffentliche Erwartungshaltung an ein Team ergibt sich nicht in erster Linie aus dessen fußballerischen Fähigkeiten, sondern ganz stark aus dem Status, der dem Verein zugeschrieben wird. Der Anspruch liegt nicht im Fuß sondern im Wappen auf der Brust.</p>
<p>Das hat wohl den perfiden Grund, dass die meisten Leute nicht sehr gut darin sind, Spieler- und Mannschaftsleistungen richtig einzuschätzen und einzuordnen, ganz zu schweigen von den potentiellen Leistungen. Nicht umsonst werden fähige Scouts schließlich auch von Fußballvereinen gut bezahlt.</p>
<p>Somit werden in der öffentlichen Betrachtung oft einfach die messbaren, die numerischen Erfolge wie Punkte und Platzierungen der jüngeren Vergangenheit aufsummiert und daraus wird abgeleitet, was man von der aktuellen Mannschaft erwarten kann. Oft wird das Mannschaften nicht gerecht.</p>
<p>So hatten zum Beispiel viele mediale Kommentare einen verwunderten, zweifelnden Unterton als die Dortmunder Führung vor Saisonbeginn verkündete, dass man sich nicht als Favorit sehen würde, dass der FC Bayern klar überlegen sei. In der Berichterstattung wird die Mannschaft normalerweise auch schlichtweg als amtierender Meister behandelt. Substantielle Vergleiche, Versuche das Mannschaftspotential in Bezug auf Gegner und Ligakonkurrenz einzuordnen fehlen meist.</p>
<p><strong>Die sportlich relevanten Fragen</strong></p>
<p>Die Frage die letztendlich also meist behandelt wird ist: &#8220;Wieso erreicht der Verein nicht den Erfolg, den wir erwartet haben?&#8221;</p>
<ul>
<li>Die beiden Fragen, die aus meiner Sicht eigentlich gestellt werden sollte, sind:<br />
Wie hoch ist das sportliche Potential? (Zu welchem Erfolg kann bzw. sollte das aktuell vorhandene Spielermaterial reichen?)</li>
<li>Wo liegen (gegebenenfalls) die Gründe dafür, dass die Mannschaft ihr Potential nicht ausschöpfen kann?</li>
</ul>
<p>In manchen Situationen kann sich dann noch die Frage stellen, weshalb ein Verein nicht genug sportliches Potential aufgebaut hat um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Dort fängt dann die Diskussion über Transferpolitik etc. an, die letztlich ein anderes Thema ist.</p>
<p>Selbstverständlich ist es arg überspitzt zu sagen, dass diese Fragen in der öffentlichen Betrachtung garkeine Rolle spielen. Das Problem ist eher, dass sie immer wieder mit der recht oberflächlichen, Status-orientierten Debatte vermischt werden und nicht zu Ende gedacht.</p>
<p><strong>Beispiel 1: Der Umbruch des HSV</strong></p>
<p>Beispielsweise wurde das sehr schwache Abschneiden des traditionell erfolgreichen HSV immer wieder mit dem &#8220;sportlichen Umbruch&#8221; erklärt, &#8220;der Zeit bräuchte&#8221;. Es wurde also erklärt, weshalb man das übliche Statusdenken in diesem Fall nicht anwenden könne. Was dann aber nur selten zur Sprache kam, war, wie denn nun eigentlich Hamburgs Potential genau einzuordnen ist. Schließlich ist der personelle Umbruch keineswegs so dramatisch, dass man sich am Tabellenende einordnen müsste.</p>
<p>Ebenso wurde die zweite oben genannte Frage angesprochen. In der Form, dass (von den HSV-Verantwortlich gebetsmühlenartig vordiktiert) oft gefordert wurde, man müsse Oenning Zeit geben. Die Mannschaft könne also ihr Potential aus dem Grund nicht abrufen, weil das taktische Konzept Zeit bräuchte um umgesetzt zu werden. Auch dies blieb aber oft oberflächlich, denn selten bis nie wurde konkret diskutiert, was es eigentlich war, wofür Oenning Zeit gebraucht hätte.</p>
<p>Und genau darin lagen die eigentlichen Probleme des HSV. Wenn keine Entwicklungsrichtung und kein taktisches Konzept erkennbar ist, dann kann das daran liegen, dass es kein richtiges Konzept gibt. Eine substantielle Diskussion über Oennings Posten hätte beinhaltet, dass man diskutiert, ob sein Konzept geeignet ist. Dafür hätte man den Trainer auch mal nach seinem Konzept befragen können, stattdessen aber beschränkten sich Interviewer meist darauf, ihn mit seiner möglichen Entlassung zu konfrontieren. Das ist nicht nur wenig ertragreich, sondern auch unfair, schließlich liegt dies nicht in den Händen des Trainers. Das taktische Konzept aber tut es, dennoch scheuen sich Reporter vor konkreten inhaltlichen Fragen und bestellen lieber den Nährboden für öffentliche Diskussionen voller Oberflächlichkeit und Dünnbrettbohrerei.</p>
<p>Herr Oenning, wo liegen ihre momentanen Trainingsschwerpunkte? In welchen Bereichen erwarten Sie Weiterentwicklung ihrer Mannschaft? Was ist ihre Idee von Fußball, die Sie beim HSV umsetzen möchten?</p>
<p><strong>Beispiel 2: FCB Saisonstart 2010</strong></p>
<p>Ein anderes Beispiel ist die Situation des FC Bayern zu Beginn vergangener Saison, als man sich Mitte der Hinrunde nur im Tabellenmittelfeld befand. Dies wurde oft schlichtweg so erklärt, dass den Bayern Robben und Ribery fehlen würden, die während dieser Phase verletzt waren. Selbstverständlich waren beide Spieler Faktoren dabei, denn sie machen den Kader von Bayern zu einem klar herausragenden in der Liga.</p>
<p>Allerdings ist und war auch ohne diese beiden das verfügbare Spielermaterial ohne Zweifel in der Ligaspitze einzuordnen. Ihr Fehlen erklärte also lediglich, weshalb man von den Bayern vielleicht keine totale Dominanz zu erwarten hatte. Es erklärte keineswegs, dass die trotzdem enorm starke Mannschaft im Mittelfeld dümpelte. Man bezog sich also auch hier auf das Anspruchsdenken, ohne aber anschließend die tatsächlich zu erwartende Leistungsfähigkeit richtig einzuordnen.</p>
<p>So wurde van Gaals starr angelegtes, sehr breites und äußerst langsames Aufbauspiel bei Erfolg als &#8220;Konzeptfußball&#8221; gefeiert und bei Misserfolg harsch kritisiert. Es wurde stets verpasst zu beleuchten, wo die Vor- und Nachteile des Systems liegen. So half das System zum Beispiel Robben und Ribery, da Raum für deren Dribblings kreiert wurde. Ihre Ersatzspieler wurden dadurch aber einiger Stärken beraubt. Olics hohe Laufbereitschaft, Müllers herausragende Raumintelligenz und Antizipation, Kroos starke Weitsicht und Kreativität, diese Qualitäten konnten sie bei extrem hoher Positionstreue und klar definierten Passabläufen kaum einbringen. Herr van Gaal, weshalb räumen sie Thomas Müller nicht mehr Bewegungsfreiheiten ein?</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Ich würde es begrüßen, wenn man sich stärker bewusst machen würde, welche Fragen man eigentlich genau behandelt, wenn man über &#8220;Krisen&#8221; von Fußballvereinen diskutiert. Welche Erwartungshaltung liegt zugrunde und wodurch begründet sie sich? War die Erwartungshaltung zu hoch, oder ist die Leistung zu niedrig? Falls zweiteres, was sind die konkreten Gründe dafür?</p>
<p>Natürlich sind diese Fragen dann meist nicht ganz präzise und objektiv beantwortbar. Gerade die Frage nach dem sportlichen Potential einer Mannschaft lässt sich im Detail eigentlich nur spekulativ beantworten. Und dann auch nur unter Berücksichtigung jener Gründe, die für eine vermeintliche &#8220;Krise&#8221; eben verantwortlich sein können. Dennoch kann man darüber sprechen, welche Qualitäten ein Team hat und welche nicht.</p>
<p>Und ist es nicht genau das, was den Fußball auch so interessant macht? Jedermanns Wahrnehmung des Spiels ist subjektiv verfärbt und umfassende Einschätzungen sind stets intuitiv geprägt. Deshalb lohnt sich eine Diskussion als Austausch von Eindrücken. Aber damit eine Diskussion ergiebig ist, muss man sich klar sein, worüber man genau diskutiert. Und das ist übrigens etwas, was scheinbar sehr sehr vielen Menschen nicht wirklich bewusst ist und auch außerhalb des Sportes viele Entwicklungen blockiert. Man möge mal drauf achten.</p>
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